Contabo - Kündigen unmöglich?

Dieses Thema im Forum "Erfahrungen mit Anbietern" wurde erstellt von AnHe, 22. Oktober 2015.

  1. AnHe

    AnHe New Member

    Registriert seit:
    14. Januar 2015
    Beiträge:
    3
    Hallo zusammen,

    Ich bin jemand, den man nur schwer verärgern kann. Bietet sich ein Weg an etwas unbürokratisch dafür aber zu meinen Lasten zu regeln, so nehme ich den meistens gerne an.
    Daher wage ich mich mal als relativ angenehmen Kunden zu bezeichnen.

    Zur Ausgangssituation:
    Ich hatte einen VServer bei Contabo. Der lief leider sehr plötzlich nicht mehr stabil aufgrund technischer Probleme des Host-Systems. Da sich das über mehr als einen Monat erstreckte und Contabo das Problem nicht vollständig lösen konnte entschied ich mich im Juni 2015 den Server zu Kündigen.

    Da im Webinterface keine Möglichkeit besteht ein Produkt zu kündigen (dazu später mehr) schrieb ich eine höffliche EMail mit ensprechender Kündigung.
    Leider weigerte sich Contabo beständig eine Kündigung per EMail zu akzeptieren und verwies auf Post und Fax. Ich weiss nicht wann Sie als werter Leser das letzte mal ein Faxgerät gesehen haben, aber bei mir ist das schon über 10 Jahre her...

    Rechtlich (und da kann man bekanntlich immer streiten) ist es laut mir bekanntem Richterrecht so, dass eine Bestimmung in den AGBs, welche zur Wirksamkeit einer Kündigung der Schriftform unter ausschluss der elektronischen Form bedarf, nicht wirksam ist (in einem vollständig elektronisch betrieben Geschäft des elekronischen Geschäftsverkers).

    Übersetzt:
    Durch die Klausel entsteht eine Erschwerung der Kündigung, welche Verbraucher unangemessen benachteiligt.

    Diesen Rechtlichen Einwandt inklusive Urteile ging ebenfalls an Contabo raus.
    Als Antwort erhielt ich wieder die Bitte mit der Kündigung per Post und der Argumentation dass man die Vertragsparner vor Betrug und Irrtümern schützen möchte.

    Das wirft nun eine Reihe von Fragen auf:
    - Wenn Betrug so ein Problem ist, warum kann ich dann ohne Unterschrift Verträge komplett Online abschließen, aber nicht kündigen?
    - Ist der Kundenloginbereich bei Contabo bekanntermaßen so unsicher, dass eine Kündigungsfunktion hier zu gefährlich ist?

    Meiner persönlichen Meinung nach geht es nur darum die Kündigungen möglichst unkonfortabel zu machen.
    Aber man gibt sich ja irgendwann geschlagen, weswegen ich am Folgetag per Post gekündigt hatte.

    Leider bekam ich nicht wie angefordert eine Bestätigung per Post (ja, wenn ich briefe schreiben muss erwarte ich das gleiche vom Dienstleister).

    Natürlich ist jetzt entweder bei der Post oder bei Contabo der Brief 'verloren' gegangen. Mir egal wo, auf jeden Fall bekam ich kürzlich eine Mahnung wegen meines wohl noch laufenden Vertrages. Profis sagen da jetzt natürlich "Warum machst du denn kein Einschreiben mit Rückantwortkarte?". Die Beweiskraft eben dieser ist ziemlich dürftig. Alles was die Karte sagt ist dass irgendein Brief dort angekommen ist. Ob der eine Kündigung enthalten hat oder nicht belegt das nicht und ist entsprechend wenig vor Gericht wert.

    Gut so viel dazu, wie es zur Mahnung gekommen ist. Wie ich schon angedeutet habe bin ich ein großer Freund von schnellen Lösungen, und wenn man überraschend gemahnt wird sollte man als erstes mal den Kontakt mit dem Gläubiern suchen. Also hab ich bei Contabo angerufen und nachgefragt warum ich denn noch immer Kunde bei ihnen bin. Die Antwort war natürlich, dass man von meinem Kündungsschreiben nichts weiss.
    Da war ich natürlich schon etwas erschüttert, aber man findet ja meist einen zufriedenstellenden Weg für beide Seiten. Ich habe am Telefon sehr deutlich gemacht dass mir die Kohle ausgesprochen egal ist, solange ich endlich aus dem monatlich kündbaren Vertrag endlich raus komme. Da dies meiner Meinung nach ein extrem weites Entgegenkommen von meiner Seite aus ist habe ich wirklich angenommen dass man da eine Lösung findet. Haben wir aber nicht.

    Die Aufforderung von Contabo ist einen weiteren Brief oder Fax zu schicken.

    Es mag sein dass es bei mir einfach nur "blöd gelaufen" ist. Dass man bis zuletzt jedwedes Entgegenkommen verweigert hat lässt mich allerdings daran zweifeln.

    Nun geht das halt wieder den kompletten Bürokratischen Weg:
    - Neue Kündigung schreiben
    - Briefinhalt bezeugen lassen und ab damit (samt Zeugen) zur Post.

    Ich frage mich warum andere Anbieter wie Strato (Button Lösung), NetCup (Eingescannte Kündigung mit Unterschrift) oder UnitedHoster (Button Lösung) Kündigungen so viel Kundenfreundlicher hinbekommen, Contabo da aber die größten Probleme sieht.

    Die Produktbewertung (VPS L) abgesehen von der Kündigung:
    - Die CPU des VServers war ein leistungsschwaches aber relativ aktuelles Model. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht.
    - Die Festplattenperformance war ein unangenehmer Flaschenhals
    - Für Host-Wartungen durch Contabo muss man selbst den VServer herunter fahren, sonst wird einfach der Stecker gezogen. Leider wird in den Emails für die Wartungen nicht darauf hingewiesen. Es gibt allerdings eine FAQ Seite auf der das steht. Ich bin da ehrlich gesagt anderes gewohnt, daher war das für mich sehr überraschend.
    - Der Support ist höfflich aber nicht hilfreich. Probleme auf dem Host wurden angeblich abgemildert, konnten aber nicht dauerhaft gelöst werden. Genauere Infos gerhält man nicht. Man wird auch nicht auf einen funktionierenden Host umgezogen. Als Resultat alamierte mich mein Server-Monitoring mindestens 2-5 mal nachts pro Woche. Deswegen auch die Kündigung.

    In kurzen Worten: ich würde Contabo nicht weiter empfehlen.
     
  2. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    13. September 2004
    Beiträge:
    1.669
    Fax?

    Wird immer noch sehr häufig benutzt. Gerichte benutzen es NUR.

    Sobald ich informiert bin, werden Emails noch nicht als Rechtssicher anerkannt.

    Heutzutage kann man doch von vielen Quellen ein Fax online verschicken. Selbst die Fritzbox bietet das an.
     
  3. AnHe

    AnHe New Member

    Registriert seit:
    14. Januar 2015
    Beiträge:
    3
    Auch das Fax soll Unterschrieben sein, was bei einfachen Mail zu Fax Diensten schon ein Problem ist (bzw zu mindest früher war.).

    Was meinen Router angeht, so muss ich leider vorlieb nehmen mit dem was mein ISP für sinnvoll erachtet. Und mir wäre es neu, dass mein Technicolor Router plötzlich nennenswerte Features hat und die noch nicht vom ISP entfernt wurden.

    Was Gerichte anbelangt gebe ich ihnen natürlich recht. Man muss aber auch ganz fair sagen, dass sobald es um den Staat geht das Internet sofort wieder "Neuland" ist. Davon abgesehen haben wir natürlich noch Dinge wie DE-Mail, signierte PDFs und so weiter.

    Wenn man das ganze jetzt auf das rechtliche herunter bricht kann man das auch so sehen:
    Wenn ich als Kunde von ihnen als Dienstleister etwas will, so muss ich beweisen wer ich bin.
    Diese Authentifikation machen wir überlicherweise über einen Benutzernamen und ein Passwort.
    Wenn man nun argumentiert, dass das noch nicht sicher genug ist, dann führt man eine 2-Faktor-Authentifizierung ein.

    Um eine Dienstleistung zu Kündigen reicht schon die 1 Faktor Authentifizierung als Identitätsnachweises absolut aus und ist eigentlich auch die gängige Form.

    Die Frage ist also mit welchem Interesse man eine Kündigung erschwert - denn der vorgeschobene Sicherheitsaspekt kann und darf es nicht sein. Sonst müssen wir uns alle um unsere Kundendaten bei Contabo sorgen machen.
     
  4. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    13. September 2004
    Beiträge:
    1.669
    Jeder darf doch seine Dienste anbieten wie er will. Bei einigen Hostern kann man per Mausklick kündigen, die anderen wollen es gern schriftlich per Post/Fax.
     
  5. M. Thormann

    M. Thormann Eingetragener Provider

    Registriert seit:
    22. Januar 2014
    Beiträge:
    162
    Ort:
    Ingelheim am Rhein
    Firmenname:
    Speicherland
    Anbieterprofil:
    Klick
    Hi,

    Das ihr ist unnötig hetze gegen Contabo, mir reicht z.B. schon eine Mail aber jedem das eine.

    Hättest vielleicht lieber die Zeit die du in diesen post gesteckt hast in einen weiteren Brief gesteckt wäre die Sache schon für dich erledigt.

    Gruß

    M. Thormann
     

Diese Seite empfehlen