Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

Dieses Thema im Forum "Technik-Smalltalk" wurde erstellt von whl-team, 17. November 2013.

  1. whl-team

    whl-team New Member

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    Hallo zusammen,

    ich stolpere in der letzten Zeit immer wieder über Angebote für "Root Server", die am Ende des Tages virtuelle Server beeinhalten. HostEurope war der erste große Verfechter dieser kreativen Namensgebung, jetzt ist offenbar auch serverloft voll mit dabei. In den guten alten Tagen war der Root Server ein Stück physikalische Hardware, inzwischen besteht er bei einigen Anbietern häufig nur noch aus garantierten virtualisierten Ressourcen, die aber für mich als Kunde sehr schwer in der Leistung einschätzbar sind. Sind jetzt "2 garantierte und 6 virtualisierte Cores" viel oder wenig? Die Hardware des darunter liegenden Systems wird ja häufig gar nicht verraten.

    Damit stirbt der Root Server wie wir ihn kennen langsam aber sicher einen Marketing Tod. Durch das Up-branding der virtuellen Server sind diese Angebote auf einmal günstiger als die "alten" Angebote mit eigener Hardware. Das verwirrt sicher den Kunden.

    Wie seht Ihr das? Bin ich einfach nur altmodisch?

    Grüße,

    Carsten
     
  2. heutger

    heutger Eingetragener Provider

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  3. litschi

    litschi Member

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Das Ende wird es wohl kaum sein. Im Skript - Kiddie Segement wird es wohl keine Rolle spielen da dort eher gespart wird. Im professionellen Bereich wird wohl kaum jemand einen VServer akzeptieren, allein schon aus sicherheitsrelevanten Aspekten.
     
  4. Dragon0001

    Dragon0001 Member

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Solange in der Beschreibung klar ersichtlich ist was man bekommt, finde ich daran nicht schlimmes. Für den Durchnitts-Benutzer sollte das meist auch keine Rolle spielen.
    Und wer einen dedizierten Server will, bekommt den schließlich auch weiterhin, selbst bei HE.
     
  5. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Dem muss ich widersprechen. Gerade im B2B-Bereich ist Virtualisierung heutzutage mehr gefragt als je zuvor. Z.B. finden viele Startups keine Geldgeber wenn deren Applikation nicht skalierbar ist. Virtuelle Server können (abhängig vom Anbieter) in Minuten geklont oder skaliert werden. Zudem lassen sich Zustände von virtuellen Servern in Snapshots sichern und bei Bedarf zurück- oder auf einem zweiten System einspielen.

    Auch bieten virtuelle Server (je nach Anbieter) eine bessere Performance und Datensicherheit. Besonders zu erwähnen seien hier die Festplattenzugriffe und das dafür zur Verfügung stehende RAID.

    Ein virtueller Server ist genau so (un)sicher wie ein dedizierter Server. Wer Sicherheit über eine physikalische Trennung erreichen möchte, muss seine NICs vom Netzwerk abkoppeln.

    Es gibt sicherlich Anbieter bei denen virtuelle Server nicht ausgereift sind und deren Kunden unter überbuchter oder instabiler Hardware leiden. Anbieter die sich auf die Virtualisierung spezialisiert haben können in der Regel ihren Kunden aber mit einem virtuellen Server weit aus mehr bieten als ein Anbieter von dedizierten Servern es tun kann.

    Wir sind aktuell auch dabei unsere vServer-Produkte zu Root-Servern umzubenennen. Wir tun dieses, da unsere Mitbewerber gerne unter dem Begriff "vServer" virtuelle Server ohne Vollvirtualisierung verstehen. Diese verkaufen dann unter dem Begriff "Root-Server" voll-virtualisierte Server. Da unsere virtuellen Server seit KVM eine Vollvirtualisierung bieten, haben wir uns bei der Bezeichnung der Produkte dazu entschieden diese "Root-Server" zu nennen.

    Meiner persönlichen Meinung nach werden dedizierte Server auf dem Massenmarkt in der nahen Zukunft keine große Rolle mehr spielen. Gegenüber virtuellen Servern sind dedizierte Server zu teuer, unsicher, unskalierbar, wartungsintensiv, umweltunfreundlich, unflexibel etc...
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. November 2013
  6. litschi

    litschi Member

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Da irrst du dich gewaltig! Du redest hier von Startups, also dem LowCost Segment. Mittlere bis grössere KMUs werden ihre Daten nie auf einem VSerer ablegen, da gibt es ein Budget für die IT -Sicherheit und da wird auch richtig Geld in die Hand genommen.

    Der 3,99 EUR pro Vserver Markt richtet sich an eine ganz andere Zielgruppe, diesen Markt gibt es schon lange. Dieser Markt wird aber nie rentabel sein, ausser über Zusatzangebote.

    Dieser Markt wird auch nie (echte) physikalische Server ersetzen. Ich glaube kaum das mittelständige KMUs ihren Blackberry-, Exchange-, Novell- oder was auch immer Mailserver auf einen VServer betreiben werden, wo die Hosting - Einzelfirma permanent die Verzeichnise einsehen kann.

    Es geht es um hohe Verfügbarkeit, Redudanz, Unabhängigkeit, Sicherheit und vieles mehr. Das gibts nicht für 3,99 EUR und das wird auch immer so bleiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. November 2013
  7. heutger

    heutger Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Ich denke, hier liegt wieder ein Missverständnis zwischen billigpreisfokussierten vServern und vServern im Sinne von virtuellen Maschinen in einer Cloud vor, was Felix meint. Diese sind stark im Kommen und gerade für Unternehmen sehr sinnvoll und wie Felix schon sagt wesentlich flexibler und praktikabler als hartes Blech.
     
  8. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Hmm... Amazon und Google sind deiner Meinung nach dann auch auf dem Irrweg? Ich denke nicht.

    Ich kann dir schon heute zeigen das es vServer für um die 3,99 Euro / Monat gibt bei denen eine höhere Verfügbarkeit garantiert wird wie für einen dedizierten Server der 3,99 Euro / Monat kostet. So etwas wird sich noch drastischer in der Zukunft ändern.

    Firmen geben sicherlich mehr als 3,99 Euro / Monat aus, ohne Frage. Wer sich ein HA-Cluster einmal hat konfigurieren lassen weiß auch, dass so etwas häufig viel mehr kostet wie 100 dedizierte Server aus dem Massenmarkt. Hier wird aber dennoch in der Regel heutzutage auf Virtualisierung gesetzt da diese vieles einfacher und sicherer macht.

    Daher halte ich an meiner These fest das dedizierte Server auf dem Massenmarkt immer mehr an Bedeutung verlieren werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2013
  9. DjGL

    DjGL Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Da muss ich mich meinen Vorrednern anschließen.
    Was wir zB auch teilweise machen ist für größere Kunden auf einem Wirtserver nur einen einzelnen vServer laufen zu lassen, was wäre dann hier der große Nachteil zu einem dedizierten Server? Wir machen es genau aus dem Grund um die Verfügbarkeit, Hardwareunabhängigkeit, etc. zu erhöhen denn zeig mir einen dedizierten Server dessen System sich innerhalb von Minuten auf eine andere Hardware verschieben lässt, wenn der dedizierte Server defekt oder einfach nur zu schwach oder zu alt ist, und dort sofort wieder ohne Probleme lauffähig ist. Oder eben der große Vorteil mit einem Snapshot den man zB vor dem Update eines kritischen Teils anlegen knn und auf den man im Notfall in sekundenschnelle zurückspringen kann, das ist bei dedizierten Servern in der Regel nicht ohne weiteres machbar und kostet Zeit und dementsprechend sinkt die Verfügbarkeit.

    MFG
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2013
  10. whl-team

    whl-team New Member

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Finde ich spannend. Es gibt also entsprechend in Deiner Sicht ein Zusammenhang zwischen dem Begriff "Root Server" und "Vollvirtualisierung". Kannst Du das nochmal näher erläutern?
     
  11. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Ja, hier gibt es meiner Ansicht nach einen sichtbaren Zusammenhang. Ich könnte dieses an einigen Beispielen aufzeigen, allerdings müsste ich dabei die Namen von Mitbewerbern direkt ins Spiel bringen (was ich nicht öffentlich machen werde).

    Es steht natürlich jedem frei ein Produkt Root-Server zu nennen. Was das genau ist muss man als Kunde immer erkunden bzw. beim Anbieter direkt erfragen. Es gibt sicher auch den einen oder anderen Anbieter der per Container-Virtualisierung bereitgestellte Server Root-Server nennt.
     
  12. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Der Unterschied zwischen HostEurope und serverloft ist, dass die Produkte von Serverloft in der Tat reine virtuelle Server sind.

    Bei Hosteurope ist die Rechenleistung virtuell aber die Festplatten richtige Hardware.

    Ist ein gewaltiger Unterschied, wie ich finde.
     
  13. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Wobei das nicht bedeuten muss, dass die Festplatten in virtueller Form langsamer sind. Es kommt darauf an welchen Durchsatz das Wirtssystem im IO-Bereich bereitstellt und wie viel davon jeder einzelne Server nutzen kann. Ein RAID1 über zwei Festplatten ist bedeutend langsamer wie ein RAID10 oder RAID50 über 25 parallel geschaltete Festplatten. Herkömmliche dedizierte Server aus dem Massenmarkt können im letzterem Fall bei der IO-Performance nicht mehr mithalten. In diesen müssen dann schon SSDs verbaut werden, die eine geringe Lebensdauer haben.

    Ich möchte noch einmal betonen das die Angaben in Relation dazu stehen, wie viel Wert der Anbieter von virtuellen Servern auf Qualität legt. Sicher gibt es viele kleinere Anbieter die virtuelle Server auf Desktop-Hardware mit einem langsamen RAID betreiben. So etwas wird nach meiner Meinung auf dem Markt auf lange Sicht gesehen nicht mithalten können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. November 2013
  14. speedloc.de

    speedloc.de Eingetragener Provider

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    AW: Das Ende der Root Server? bzw. der Anfang?

    Hallo,

    wir stimmen hier Felix vollkommen zu:

    Desktop Hardware drückt die Preise tief in den Keller, wie man es z.B. bei Hetzner sieht, wenn dann die Festplatten ständig ausfallen oder der "Server" nicht erreichbar ist (mangels Hardwarefehler), fangen die Kunden an zu *mäkeln* und zu schimpfen. Hier muss man sich von vornherein klar sein, dass Desktop-Hardware niemals den Stand von richtiger Server-Hardware erreichen wird und die Ausfallsicherheit sowie die Lebensdauer um weiten nicht erreicht.

    Auch im Forum sieht man oft Einträge mit Prozessoren woraus sich schließen lässt, dass es sich um Desktop-Hardware handelt.

    Zurück zur Virtualisierung. Auch hier geben wir Felix Recht, eine virtualisierte Festplatte ist nicht langsamer als eine ohne Virtualisierung. Wenn das Raid-System welches dahinter steckt genug Leistung hat, was hochwertige Server auch machen, wird man keinen Unterschied feststellen können. Der Durchsatz wird durch IO direkt weitergegeben.

    Viele Nutzer sind sich dem, auf Grund der vielen Angebote, vServer, KVM, root Server, dedicated Server usw. nicht mehr sicher, was sie überhaupt wollen. Verständlich unserer Meinung nach. Endkunden wollen gutes günstig kaufen, aber kennen sich mit Technik oft nicht oder nur wenig aus. Hier ist dann der Anbieter gefragt, wie er dem Kunden was udn in welcher Form verkauft.

    Rätselraten beim Server anhand der Namen macht niemanden Spass ;)


    In diesem Sinne...
    Grüße aus dem Speedloc Datacenter
    Manuel Kretschmar
     

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