Die großen Server Hoster ...

Dieses Thema im Forum "Erfahrungen mit Anbietern" wurde erstellt von A-N, 13. Januar 2015.

  1. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

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    Der Markt im Serverbereich scheint ja tatsächlich sehr umkämpft zu sein.

    Ich sehe gerade, dass NGZ Server aufgekauft wurde nachdem United Colo Insolvenz angemeldet hat. Schade um das RZ in Coburg. Wurde letztendlich viel Geld reingesteckt - vermutlich zu viel - um Ausfallsicherheit zu erhalten. Jetzt steht ein gutes ausgebautes RZ brach.

    Seit längerem hab ich auch gesehen, dass IPX-Server eigentlich auch so ziemlich tot ist bzw. von erst Info AG nun QSC aufgekauft wurde. Allerdings kommt von ipx-server auch nichts mehr, wie es früher um 2004 mit den ersten 10/100 Flats kam. QSC konzertiert sich wohl eher nur auf die Business Kunden.

    HostEurope gibt es zwar in der Form noch, wurde aber letztendlich auch schon kreuz und quer verkauft.

    OVH gefällt mir langsam, da die eine gute Anbindung (besonders Telekom) haben und in das eigene Netzwerk investieren wie zum Beispiel die DDoS Protection. Ich hoffe nur, dass zahlt sich für die aus.

    Hetzner hat momentan ziemlich Probleme mit der Telekom Anbindung, wo ein Machtkampf zwischen Hetzner und der Telekom ausgetragen wird und das leider zu Lasten der Kunden.

    Server4you scheinen sich auch sehr lange zu tragen. Wie nun die Server dort sind, kann ich leider nicht sagen.

    Strato, 1Blu und 1und1 mischen eigentlich auch nicht mehr im Servermarkt wirklich mit.

    Bin doch sehr erstaunt wie sich der Markt in so kurzer Zeit entwickelt hat.
     
  2. kkeppler

    kkeppler Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Wer sagt, dass der neue Eigentümer (United Gameserver GmbH - übrigens eine Schwester von myLoc = Webtropia) das RZ nicht weiterbetreibt?

    Ist doch egal, das Management bleibt relativ konstant. Beachtlich sind auch die Gewinnmitnahmen der einzelnen Lebensabschnittsinvestoren. :)

    Das muss man in der Größenordnung auch machen, sonst sind die schnell weg vom Fenster. Ist immer die Frage, welche Kundschaft man sich bei diesen Preisen ins Haus holt. Sobald da Game- und IRC-Server dabei sind, gibt's potenzielle DoS-Ziele.

    Die haben 2012 den Mehrheitsanteil an einen Investor verkauft (Oakley) und Ende letzten Jahres den Rest? (Intergenia Holding) an HostEurope (die ja auch mal bei Oakley waren). So ganz blicke ich da aber auch nicht durch. ;)

    Nicht zu vergessen die ganzen "mittelgroßen" Aufkäufe der letzten Jahre (insbes. internet24 und DomainFactory).

    Sind die Preise erst mal im Keller, wird konsolidiert. Das ist ganz natürlich und noch lange nicht beendet. Um mal einen Investment-Berater zu zitieren: "in dem Markt liegt sooo unglaublich viel Kapital herum, die Investoren wissen überhaupt nicht mehr wohin damit". Da ist eine Expansionsstrategie via M&A die logische Konsequenz. Ist nur die Frage, wo man dann die Grenze zur Überbewertung zieht. ;)

    Bei den Fernbussen geht das nun übrigens auch langsam los. :)
     
  3. antondollmaier

    antondollmaier Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    IPX Server gehörte zur IP Partner AG, welche von der QSC AG aufgekauft wurde. Die Firma wurden in den letzten 12-24 Monaten komplett in die QSC AG überführt.

    Das war aber schon vor der QSC-Übernahme so ;)


    IMHO zu viel Gameserver/IRC/....


    Ob das wirklich zu Lasten der Kunden geht, werden die nächsten Monate zeigen. Ich drücke Herrn Hetzner die Daumen, dass die Strategie aufgeht.
     
  4. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Ist ja kein Geheimnis und kann man im Hetzner Forum nachlesen. Zwar befürworten viele die Aktion, ich dagegen finde die Situation mehr als bescheiden, wenn man über seine VDSL Leitung nicht mehr als 200kbps schieben oder laden kann.

    IPX gehörte ganz am Anfang IP Exchange und IP Exchange hatte sich zu IP Partner umfirmiert. Aber vor QSC hatte die Info AG IPX.

    @kkeppler, so wie ich gelesen habe, zieht NGZ ins neue RZ nach Düssendorf bzw. ist schon vollendet.
     
  5. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Woran machst du das fest?

    Dann Wechsel doch deinen Internetanschluss. Wenn die Telekom die Idee des Internets umwerfen will, was scheinbar nicht ganz funktioniert, sollte man den Verursacher verlassen. :)

    Schließlich haben Telekomkunden auch zu großen Anbietern wie Level3 und dementsprechend vielen kleinen Anbietern Verbindungsprobleme. Wir kündigen daher alle Internetanschlüsse die wir bei der Telekom haben.
     
  6. A-N

    A-N Erfahrener Benutzer

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    VDSL ist Telekom only in meiner Gegend.

    Die Argumentation finde ich eigentlich schwach. Andere Anbieter wie Server4you und OVH bekommen es auch hin über die Telekom volle Leistung zu liefern.

    Vielmehr würde die Frage heißen, wieso kündigst du nicht bei Hetzner? Aber auch diese Frage tut eigentlich nichts zur Problematik bei, weil jeder Serveranbieter versuchen will, bestmögliche Anbindung zu haben. Wir sprechen hier nichts von der Latenz, die ist mir egal. Aber die Bandbreite sollte zur Verfügung stehen.
     
  7. [StorageBase] Julian

    [StorageBase] Julian Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Wenn Hetzner will, können die das auch. Allerdings, so wie ich es mitbekomme, will Hetzner einfach weniger zahlen bzw. in etwa das selbe wie bei anderen Anbietern. Der ehemalige Monopolist spielt zu viel mit seinem Standpunkt, das ist eben fakt.
     
  8. PHP-Friends

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Da habe ich eher einen anderen Eindruck. Viele Kunden wechseln wegen Unzufriedenheit bei diesen Anbietern zu uns. Aus meiner Sicht sind die besagten Hoster (sehr) große Player auf dem Markt, und das primär wegen exzessivem Marketing. Irgendwie muss der Preis letztendlich zustandekommen. :)
     
  9. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Was bringen einem als DSL- / VDSL- / UMTS-Nutzer ein paar Anbieter aus Deutschland, die gut erreichbar sind, wenn viele andere Ziele nur schlecht erreichbar sind. Das die Telekom-Anbindung zu Hetzner schlecht ist, hatte ich selber im übrigen gar nicht gemerkt. Ich lese es nur hier. Viel schlimmer war es für mich als ehemaliger Kunde der Telekom, dass die Übergabepunkte zu großen Carriern wie Level3 zeitweise überlastet waren.

    Die Telekom sollte zusehen das ihre Endkunden keine Probleme haben und daher Transit zu einem marktüblichen Preis anbieten und mit gleichwertigen Carriern ein gutes Peering haben. So läuft das normalerweise im Internet. Alle anderen haben damit nach meinem Wissen auch keine Probleme.
     
  10. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Das sind nur Investment Heuschrecken die Geld in die Firmen pumpen damit diese weiter wachsen um diese dann später an die nächste Investment Heuschrecke gewinnbringend zu verkaufen. Mehr kann man auch nicht erwarten bei den aktuellen Leitzins. Zu viel Geld am Markt, keine Zinsrendite mehr, also muss das Geld irgendwo hin investieren. Das Geld sucht momentan verzweifelt wege in Startups wie z.B. Uber.


    Richtig so. Die Telekom macht eben nicht jeden Dumpingpreis mit, das muss jetzt auch Hetzner mal verstehen. Grundsätzlich hat die Telekom im Vergleich zu anderen Providern am Markt ein EU weit sehr gut ausgebautes Netzwerk und sollte daher in keinen Routing fehlen. Aber ein gutes Netzwerk kostet auch Geld und dieses Geld muss durch den Trafficpreis verdient werden. Ich denke, dass Hetzner als Großabnehmer hier schon sehr gute Einkaufskonditionen haben wird, aber eine Telekom lässt sich halt nicht das Messer auf die Brust setzen und macht jede Preisrunde mit. Ich denke, dass die Telekom hier schon einen sehr langen Atem haben wird und Hetzner irgendwann aufgrund des Kundendrucks einknicken wird.

    Dann gibt es halt statt 30 TB Inklusivtraffic nur noch 15 TB :) Ich möchte mal behaupten dass 90 % der Hetzner Kunden im Monat nicht einmal auf 1 TB kommen.


    Das kann ich nur bestätigen. Der Grund ist eigentlich klar.
    - Lange Wartezeiten auf der Hotline (wenn einen überhaupt weitergeholfen wird)
    - Inkompetente Mitarbeiter die einen nicht wirklich weiterhelfen können zumindest bei technischen Problemen
    - Lange Wartezeiten auf E-Mails, wenn diese überhaupt bearbeitet werden

    Ich erinnere mich hier noch an standardisierte E-Mails vom Strato Support die nach 3 Tagen einen mitteilen - Sie haben einen Rootserver, nicht unser Problem.

    Vielen Kunden reicht der Homepagebaukasten und das standardisierte Webmail E-Mail Konto. Die Kunden die aber etwas mehr wollen kommen dann zu Providern die auch noch Service leisten. Nicht umsonst haben auch kleine Provider wie wir es sind eine Daseinsberechtigung am Markt :)
     
  11. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Die Telekom versucht meiner Meinung (als ehemaliger Endkunde der Telekom) nach den Grundgedanken des Internets umzukrempeln. Da steckt meiner Meinung nach viel mehr dahinter als teure Preise für Transit. Normalerweise peeren gleich große Netze miteinander. Nur so konnte das Internet überhaupt zum weltweit größten Netzwerk werden. Wenn die Peerings der Telekom jetzt überlaufen, ist das das Problem der Telekom und ihren Kunden. Die Telekom hat zwar ein großes Netz, aber es gibt noch größere Netzbetreiber und die lassen sich nicht erpressen.
     
  12. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...


    Die Telekom investiert momentan enorm viel in den Breitbandausbau in Deutschland. Auch für uns Provider wird das noch eine Herausforderung werden wenn erstmal jeder Privathaushalt 200 Mbit und mehr Bandbreite zur Verfügung hat. Dass hier die Netzinfrastruktur gleichermaßen mitwachsen muss ist denke ich für jeden verständlich und irgendwo müssen die Millionen für neue Router, Glasfaser Netzwerk und co. herkommen. Jeder Anbieter der schonmal 10 G ausgebaut hat und einen Router gekauft hat weiß, welche Kosten alleine ein 10 G Netzwerkswitch verursacht. Dass die Telekom hier nicht jeden Preis mitmacht muss auch klar sein. Man kann auch nicht Porsche fahren wollen zum Preis von einem Twingo :)

    Ob hier jetzt der Grundgedanke des Internets verletzt wird hätte man sich vor der Privatisierung der Telekom überlegen müssen. Letztlich handelt es sich um ein Wirtschaftsunternehmen und es handelt daher wirtschaftlich.
     
  13. rex

    rex Member

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Wie kann man von einem gut ausgebauten Netzwerk sprechen, wenn die Peerings der Telekom zu den meisten anderen Tier1 Providern am Markt (Level3, NTT, GTT, Telia usw.) ständig überlastet sind?
    Wenn man von der DTAG IP-Transit bezieht, dann kann man wegen dem extrem schlechten Netz nur deren Kunden damit vernünftig erreichen.
    Wenn ich von einem anderen Tier1 Provider wie z.B. Level3 IP-Transit beziehe, kann ich damit immerhin noch einen Großteil der Internetuser vernünftig erreichen.
    Und zusätzlich muss man noch bedenken, das der Preis der DTAG für IP-Transit weit über dem Marktdurchschnitt liegt.
    Was die Telekom da abzieht ist einfach nur abartig, und wer darauf reinfällt ist selber schuld.
     
  14. darkstar

    darkstar Erfahrener Benutzer

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Ich weisz ja nicht, wo das stattfindet. Bei den Peerings, die vor allem durch zunehmende Auslastung der bestehenden Kapazitaeten ueberlastet sind, scheint das nicht zu klappen. Beim Endkunden scheint das in der breiten Flaeche auch nicht zu klappen. Ich warte seit 13 Jahren auf das 4. MBit/s. Es gibt in meiner Stadt einen Tupfen, in der naechsten Stadt ein paar Tupfen (Straszenzuege) mit 50 MBit/s, der weitere Ausbau ist wegen angeblichen Desinteresses gestoppt worden. 100/200 Mbit sind noch nicht mal fuer den Prospekt geplant. Wenn der Ausbau so weitergeht, bin ich in Rente, bevor ich auch nur 20 MBit/s sehe. Auch wenn 10G-Infrastruktur fuer den technikorientierten IT-Betreiber im internen Netz fuer das eine oder andere Aha-Erlebnis sorgt, so scheint mir, dass GBit-Infrastruktur im Top-of-Rack-Bereich fuer die Anbindung von Hosting-Servern voellig ausreicht.

    MfG
    darkstar
     
  15. Sascha [WHL]

    Sascha [WHL] Administrator

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Ich habe das z.B. jetzt hier in Bottrop, im Büro mit Vectoring 50 Mbit, zu Hause gibt es die 100 Mbit. Der ganze Bereich hier im Ruhrpott wird gerade aktiv nach und nach ausgebaut.
    Nichts desto trotz, im Büro endlich Telekom, zu Hause O2 und beim Nachbarn 100 Mbit Unitymedia. Über die 100 Mbit UM brauchen wir gar nicht reden, O2 Bandbreite ist so lala, mal schnell, mal langsam. Das Einzige was wirklich immer zuverlässlig schnell läuft ist hier die Telekom, egal wo, immer ausreichend Bandbreite.

    Aber nun zum anderen Thema. Habe das gerade mal im Netz überflogen. Hetzner hätte also gerne ein kostenloses Peering, ja ne is klar. Ich glaube da Träumen wir hier alle von. Wer soll den Ausbau denn bezahlen wenn das nicht die Endkunden tun wollen und die ISP auch nicht? Warum sollen das die Carrier tun? Warum sollen die kleinen Provider Geld dafür hinlegen und Hetzner bekommt das für Lau? Ich finde es schon fair wenn die User und die Provider an den Kosten beteiligt werden entsprechend der Nutzung. Ich seh das immer noch so das Hetzner dafür zu sorgen hat das die Bandbreite zur Telekom ausreicht und nicht umgekehrt.

    Die Idee finde ich aber nicht schlecht. Die Post sollte gefälligst dafür zahlen das Sie in meinem Briefkasten Briefe und Werbung zustellen darf und diesen kostenfrei gegen einen größeren Tauschen wenn meine Briefmenge zunimmt ;-)


    Gruß
    Sascha
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2015
  16. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Zunächst technischer Hintergrund: Das Problem mit der Bandbreite ist relativ einfach. Auf der Straße gibt es mittlerweile große Kästen Namens DSLAM. Diese Kästen sind vereinfacht gesagt die Verteiler für die DSL Anschlüsse. Meist sind diese mit mehreren Gigabit in die nächste Vermittlungsstelle angebunden. Umso näher du an einen dieser Kästen wohnst, umso besser ist dein DSL. Ich z.B. wohne direkt neben dem Kasten :) Also er lehnt sich am Haus an. Deswegen kann ich entweder V-DSL 50 Mbit/s oder 16 MBit/s DSL bekommen. Ich habe mich für 16 Mbit/s entschieden da die Signalstärke zu den Kasten so hoch ist, dass ich mit über 17 MBit/s surfen kann. Ich habe also das Glück einer der Glücklichen zu sein, die deutlich mehr Leistung bekommen als im DSL Vertrag steht.

    Der Engpass der bei dir entsteht ist bedingt durch die Strecke DSLAM -> Hausanschluss. Dein Haus ist hier mit Kupferdrähten zum DSL Verteiler angebunden die - man könnte fast sagen - so dick sind wie 5 Haare. Also quasi ein besserer Draht. Jetzt kannst du dir vorstellen, wie die Dämpfung eines solchen Kabels ist. Umso weiter du also von diesen Kasten weg bist, umso geringer ist die Signalstärke und damit auch deine Bandbreite.

    Leider ist es so, dass durch die Privatisierung der Telekom diese auch nicht mehr an den Infrastrukturauftrag gebunden ist. Der Infrastrukturauftrag hatte festgelegt, dass flächendecken die gleiche Grundversorgung herrschen muss. Er hätte also dafür gesorgt, dass auch du irgendwann 50 oder gar 100 Mbit/s V-DSL bekommst unabhängig der damit zusammenhängenden Kosten. Da es diese nicht mehr gibt, kann natürlich die Telekom sagen - Entweder der Staat subventioniert mir den Ausbau, oder ich baue eben unwirtschaftliche Standorte nicht weiter aus. Die ländlichen Regionen sind natürlich unwirtschaftlich, denn die Bevölkerungsdichte ist hier schlichtweg zu gering um eine entsprechende Investition wirtschaftlich betreiben zu können. Hinzu kommen Punkte wie - die Telekom baut aus, andere Provider nutzen mit. Die Leitungen die die Telekom ausbaut muss diese dann auch Wettbewerbern wie z.B. O2 Preisgünstig vermieten. Wieviel spaß so ein Breitbandausbau dann der Telekom macht kann sich jeder vorstellen.

    Hier spielen daher viele Aspekte mit rein die es gilt zu berücksichtigen bevor man schimpft :)

    Warum die Knoptenpunkte nicht rechtzeitig ausgebaut werden/wurden ist vermutlich ein rein organisatorisches Problem. Die Leute die letztlich die DSLAM Kästen bauen und hinstellen haben nichts mit den Leuten zu tun die im Rechenzentrum die Router aufstellen. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Telekom auch dieses Problem in absehbarer Zeit lösen wird.

    Laut http://www.heise.de/netze/netzwerk-...n/aktuelle-internet-stoerungen-im-ueberblick/ scheint es aber momentan nicht viele Störungen Deutschlandweit zu geben.


    Ich hoffe dein Warten hat dieses Jahr ein Ende.

    http://www.heise.de/newsticker/meld...en-Euro-fuer-den-Breitbandausbau-2482440.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2015
  17. rex

    rex Member

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    Es sind aber die Kunden der Telekom, die den Traffic verursachen, also soll diese gefälligst ihre Peerings ausbauen.

    Hetzner hat außerdem ausreichend Bandbreite zu zahlreichen Carriern und Exchange points, vor kurzem sind zwei 100Gbit/s Links dazu gekommen, das ist nicht das Problem.
    Es ist die Telekom die nicht ausbaut, zahlreiche Peerings von denen zu allen möglichen großen Tier1 Providern sind dauerhaft überlastet.

    Hetzner würden sich sogar darauf einlassen, IP-Transit von denen zu beziehen.
    Aber eben nur wenn der Preis marktüblich ist, und es echter IP-Transit wäre, was es aber auf Grund des extrem schlechten Netzes der DTAG eben faktisch nicht ist.
     
  18. Sascha [WHL]

    Sascha [WHL] Administrator

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    AW: Die großen Server Hoster ...

    ne, sorry. Es sind die Hoster Kunden die Dienstleistungen bereitstellen damit Kunden aus dem Telekom Netz diese abrufen. Diese haben ein viel größeres Interesse daran das die Kunden optimal darauf zugreifen können.
    Jeder Hosting Provider muss halt die Kosten dafür übernehmen. Das sich Anbieter wie die Telekom, Telefonica, Vodafone etc. das bezahlen lassen wollen, ist durchaus nachvollziehbar. Über die Kosten für das DSL Produkt alleine ist das sicherlich nicht wirtschaftlich darstellbar. Warum sollte die Telekom etwas mit hoher Nachfrage zu marktüblichen Preisen verkaufen wenn Sie dafür wesentlich mehr nehmen kann?
     
  19. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    Woher stammt eigentlich diese Information? Bitte einmal eine Quelle oder ist das eher höhren sagen? Ich als Telekom Kunde habe keine Probleme und mir sind auch keine Bandbreitenprobleme unserer Telekomkunden zu uns bekannt.

    Ergänzung:
    Bitte einmal marktüblich definieren?
     
  20. Barto

    Barto Eingetragener Provider

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    http://www.heise.de/netze/meldung/N...ussert-sich-zu-Peering-Problemen-2390214.html

    Auf der Presseseite von Hetzner gab es dazu auch ein Statement:
    http://www.hetzner.de/de/hosting/presse/info-0215

    Im Hetzner-Forum gibt es etliche Benutzer, die sich über die Anbindung zur Telekom beschweren.
    Marktüblich wäre ein Preis der nicht doppelt so hoch liegen würde, wie bei anderen IP-Transit-Providern.
     

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