Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

Dieses Thema im Forum "Webhosting Allgemein" wurde erstellt von Karotte, 3. April 2015.

  1. Karotte

    Karotte New Member

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    Hallo,

    es gibt im Bereich WebHosting ja unterschiedliche Verfügbarkeiten (z.B. 99% oder 99,9%). Weiß jemand wie es zu dieser doch recht unterschiedlichen Verfügbarkeit kommt bzw. warum heutzutage überhaupt noch jemand 99% anbietet? Ich nahm an, dass heutzutage alle bekannteren Anbieter in großen Rechenzentren mit redundanter Hardware sitzen, in denen selbst zu vertretende längere Ausfälle so gut wie gar nicht mehr vorkommen.
    Für die einfachen Web-Auftritte von Privatleuten (WordPress) würde mir 99% Verfügbarkeit ausreichen, aber bei kleineren Unternehmen (z.B. ein kleines Hotel) wären über 3 Tage Ausfall pro Jahr schon ärgerlich, vor allem wenn es zum falschen Zeitpunkt passiert. Lohnt es sich aus eurer Sicht, in solchen Fällen einen Anbieter mit 99,9% Verfügbarkeit zu wählen, oder ist das aufgrund fehlender drastischer Sanktionen bei Nichteinhaltung sowieso eine Luftnummer?

    Viele Grüße
    Karotte
     
  2. enbitcon

    enbitcon New Member

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    AW: Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

    Hallo Karotte,

    es kommt da ein wenig auf den Zeitraum an.
    Es gibt Anbieter die das über das ganze Jahr messen, oder über das Jahresmittel. Da kommen teilweise sehr unterschiedliche Zahlen raus.

    Zeitgleich ist es auch eine Kostenfrage. Ein Provider, der 99,9% Verfügbarkeit garantiert, darf eine Downtime von max 8,75 Stunden im Jahr haben. Das kann er selbst auch nur wirklich garantieren, wenn er seine redundant ausgelegten Server in einem RZ hat, wo auch so ziemlich alles Redundant ausgelegt ist. Bitte bedenke, dass das Rechenzentrum zum Beispiel 99,9% Verfügbarkeit garantiert, aber der Provider Server einsetzte, die viele SPOF (Single Point of Failure) besitzt. Zum Beispiel kein Raid, kein Redundantes Netzteil, kein Clustering (Maiboard hinüber zieht den ganzen Server nach unten) Daher ist es einfach eine Kostenfrage für den Provider.

    Daher würde ich dir raten, genau zu vergleichen. Garantiert ein Anbieter dir 99,9% Verfügbarkeit, so solltest du dir ganz genau die AGB durchlesen, wie er dies berechent und was er dir im Falle einer Überschreitung "bietet". In den meisten Fällen steht dann lediglich ein Satz drinnen, der aussagt, dass du dann für diesen Monat keine Grundgebühren zahlen musst. Wenn dort wirklich Geld hinterhängt, so solltest du schauen, ob es Konventionalstrafen gibt. Aber sowas wirst du denke ich nur bei den sehr teuren Providern finden, wenn überhaupt. Mir selbst ist so ein Provider nicht wirklich bekannt.

    Hoffe dir ein wenig geholfen zu haben.

    Viele Grüße

    Marcel Zimmer
     
  3. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    AW: Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

    Die garantierte Verfügbarkeit ist ja erstmal nur eine Werbeaussage. Du kannst einen 99,9%-Provider erwischen, der trotzdem SPOF duldet (ist für ihn eine Wette - wenn es gut geht hat er viel Geld für Technik gespart, wenn es schief geht, kostet ihn das eben die Vertragsstrafe, zB. Grundgebühr).

    Umgekehrt kannst Du einen 99,0%-Provider erwischen, der so was von hochverfügbar ist, dass er effektiv 99,99 bietet - aber es eben nicht garantieren will.

    Bei uns steht in den AGB sogar nur 95% drin. Auf Wunsch geht auch 99,95% - teilweise ohne dass wir technisch irgendwas bei diesen Kunden anders machen. Der Unterschied ist da rein in den Prozessen (Reaktionszeiten nachts etc, ggf andere Entstör- Reihenfolge je nach Umfang der Störung) und im Vertrag (bessere Garantien + höhere Haftung = höherer Preis).

    Von daher würde ich das AUCH, aber nicht vorrangig in die Provider-Auswahl einbeziehen. Guter Provider mit 99% ist besser als "guter Vertrieb schlechte Technik" mir 99.9%, wo du am Ende zwar ab und zu mal 5 Euro Grundgebühr wieder erstattet bekommst, aber mehr Ärger hast :)
     
  4. Mr. Brain

    Mr. Brain Erfahrener Benutzer

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    AW: Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

    Verfügbarkeit ist ein erstmal wischiwaschi Begriff, ähnlich wie Cloud.

    Was ist Verfügbarkeit?
    Von wo aus wird die Verfügbarkeit gemessen? Kann der Anbieter Probleme, welche nicht in seinem Verantwortungsbereich liegen, durch z.B. Änderung des Routing umgehen?
    Ab wann ist die Verfügbarkeit nicht gegeben?
    Was ist die Konventionalstrafe bei Unterschreitung der Verfügbarkeit?
    ... usw. ...
     
  5. superwebspace

    superwebspace New Member

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    AW: Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

    Ich sag mal so: 90% der hier vertretenen Provider werden keine echte 99.9% Verfügbarkeit garantiert - so wie ein Kunde es versteht. Also einfach schlicht und ergreift 99,9% ohne wenn und aber. Es wird zum einen diverse Ausnahmeklauseln geben und falls trotzdem mal ein Server länger down geht, wird Dir Deine Grundgebühr für die Zeit erstattet. Dann bekommst Du also vielleicht 5 Eur oder 10 Eur für den Monat... was nützt Dir das konkret?
    Wer hohe Verfügbarkeit tatsächlich realisieren will muss entsprechende SLA vereinbaren bei Vertragsstrafen die wirklich weh tun. Und dann wirst Du feststellen, das dies sehr teuer ist und nicht vergleichar mit den typischen Hostingpreisen von wenigen Eur/Monat. Und eventuell wirst Du auch feststellen, das Du das nicht zahlen willst oder kannst. Sehr viele Provider haben faktisch Verfügbarkeiten nahe 100%, aber wollen dies eben nicht (verständlicherweise) für Dumpingpreise garantieren.
    Für die Beurteilung der Qualität eines Hosters achte nicht auch die Parameter der Angebote, sondern auf alle anderen verfügbaren Bewertungen und Kriterien. Willst Du wirklich Hochverfügbarkeit, sprich mit Deinem Provider und laß Dich beraten. Teste die tatsächliche Erreichbarkeit des Support - Ostern eignet sich wunderbar :) Ruf auch mal Nachts an.. usw. Frag ob tatsächlich jetzt sofort auf ein Defekt reagiert wird und z.B. Hardware gewechselt werden kann.
    Aber wie gesagt, das spielt dann in einer völlig anderen Preisliga ab dreistellig/Monat aufwärts.
     
  6. MrCocktail

    MrCocktail Member

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    120
    AW: Dienste-Verfügbarkeit als WebHoster-Auwahlkriterium

    Echte 99,9 noch dreistellig? Dann können die SLAs aber nicht sehr hoch sein.

    Echte 99.9 mit einer SLA die weh tut kostet eher 4 bis 5 stellig.

    Gruß
    J
     

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