Geschäftssitz GmbH

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von millo, 11. Mai 2011.

  1. millo

    millo Erfahrener Benutzer

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    Moin,

    eine Frage an alle, die vielleicht schon mal eine GmbH gegründet haben oder zufällig davon Ahnung haben.

    Ich möchte bald eine GmbH gründen. Ich habe das klassische Ein-Mann-Dienstleister-Gewerbe, kann überall mit Internetanschluss arbeiten und habe praktischerweise keinen Kundenverkehr. Der Geschäftssitz könnte also ein Zimmer in meinem Haus sein.

    Nun soll aber nicht zwangsläufig meine Privatanschrift überall als Firmenadresse herumfliegen, ich bin diesbezüglich etwas paranoid. Klar, über das Handelsregister kriegt man sowieso meine Anschrift heraus, aber man muss es ja keinem unnötig erleichtern.
    Gleichzeitig möchte ich es vermeiden, "nur" für die Angabe als Geschäftssitz Räumlichkeiten zu mieten, die dann leer herumstehen und Aufwand verursachen.
    Einige Firmen bieten sogenannte Virtual Offices an - ich weiß aber nicht, ob das rechtlich einwandfrei ist, damit besteht der Geschäftssitz aus einem Klingelschild mit integrierter Postweiterleitung.

    Hat jemand von euch irgendeine Idee, was man tun könnte, oder bleiben nur die zwei Optionen: entweder Räumlichkeiten anmieten oder eben die Privatanschrift nehmen?

    Vielen Dank und Gruß
     
  2. Net-Spacy

    Net-Spacy Eingetragener Provider

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    Hallo,

    das "Zauberwort" und Lösung wäre in dieser Sicht wohl ein "Virtual-Office".

    Angebote und Beschreibungen, was und wofür nen Virtual-Office / Geschäftsadresse dienen kann, findet man in den ersten Treffer bei Google

    Wenn es also nur um die Firmenanschrift geht, genügt solch ein Virtual-Office sicherlich.

    Gruß aus Berlin
    Dennis Kühn
     
  3. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    Wir haben unser letztes Büro unter anderem wechseln müssen, weil der Vermieter auch 200 Briefkästen und Räume an diese "virtuellen Büros" vermietet hat. Wenn man unter so einer Anschrift seinen Sitz hat, wird man schlechter in Ratings eingestuft. Ich kann davon also nur abraten.

    Wer Geschäfte machen möchte, muss offen sein und sich seiner Verantwortung mit einer gültigen Anschrift stellen.
     
  4. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    Hi,

    ein VirtualOffice kostet Geld bzw. bringt Dich in eine Abhängigkeit von diesem Anbieter (ok, die gleiche Abhängigkeit haben wir vom Vermieter unseres Haupt-Büros -> kann man vernachlässigen) und hat den von Felix beschriebenen Nachteil.

    Darüber hinaus kannst Du auch schon mal Besuch unter dieser Anschrift bekommen: Finanzamt (bei Neugründungen, die erstmal viel Vorsteuer für ihre "Erst-Ausstattung" ziehen, gibt's vereinzelt eine Umsatzsteuer-Nachschau, d.h. ein "Kontrollbesuch", ob es die Firma wirklich gibt), Gerichtsvollzieher (Pfändung in einem VirtualOffice wäre bestimmt lustig ... aber ich denke jetzt eher an Zustellung von einstweiligen Verfügungen o.ä.), evtl. auch Postbote mit "Einschreiben persönlich" o.ä. -> alles handlebar, aber lästig.

    Alternativer Tipp: Wir hatten lange Jahre unseren Firmensitz im Haus meiner Eltern (als wir vor 10 Jahren als Studentenbude angefangen haben, hatte ich keine Lust auf große Adressänderungen, falls sich meine WG mal auflöst). Aber ist dann halt auch wieder eine (wenn auch nicht deine) Privatanschrift.

    Daneben gibt es neben reinen Virtual Offices ja "nicht-nur-virtual-Offices", also Bürogebäude, in denen Du neben Briefkasten und Sekretariats-Service auch wirklich Büros anmieten, Konferenzräume nutzen kannst etc.

    Beste Grüße,

    Joern
     
  5. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    Hallo Felix,

    jein. Mit einer gültigen Anschrift sicherlich - aber auch ein VirtualOffice ist ja eine gültige Anschrift.

    Recht gebe ich Dir dahingehend, dass ich bei meinen Geschäftspartnern gerne wüsste, was dahintersteckt. Ich habe mit 1-Mann-Betrieben kein Problem, aber ich will das vorher wissen (und nicht im Falle des Falles vom Gerichtsvollzieher erfahren müssen, dass unter dieser Adresse kein Büro ist). Und wenn ich das weiss, ist mir auch egal, was sich hinter der Postanschrift bzw. der Anschrift des Firmensitzes verbirgt.

    Wenn aber ein solcher Einzelkämpfer seine Privatanschrift nicht "rausgeben" will, sondern ein Virtual Office betreibt, habe ich damit grundsätzlich kein Problem. Bei Stress ist ein VirtualOffice mehr oder weniger genauso gut oder schlecht wie ein echtes Büro (dass da keine Büro-Einrichtung zu pfänden ist, weiss ich ja vorher; und ihm nach Feierabend auflauern und zur Rede stellen ist jetzt auch nicht so meine Art). Seine Anschrift, sofern er nicht untertaucht, würde ich im Notfall immer noch ermitteln können. Und meine Privatanschrift steht ja schliesslich auch nicht in unserem Briefkopf.

    Wie gesagt, das gilt natürlich nur für Einzelkämpfer, die mir gegenüber mit offenen Karten spielen ("ich brauche kein Büro -> meine Kunden zahlen genug dafür, dass ich zu ihnen komme" war bei mir ja selbst jahrelang das Motto). "Dubiose" Firmen (Briefkastenadressen oder mein Favorit: Anschrift im Kölner Mediapark, aber dann im Impressum eine Packstation als Zustellanschrift, weil das Büro eh nur Fassade ist) sind davon natürlich ausgenommen :)

    Beste Grüße,

    Joern
     
  6. mr.no-name

    mr.no-name Erfahrener Benutzer

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    Das löst dann aber auch nicht das Problem, dass eigenhändig zuzustellende Einschreiben, oder Finanzamt usw. unter der Anschrift nichts "passendes" vorfinden. Das ist dann ja ebenfalls eine Adresse, unter der man nicht persönlich erreichbar ist - oder wie habt ihr das damals gelöst?
     
  7. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    AW: Geschäftssitz GmbH

    Eigenhändige Einschreiben ... tatsächlich nicht lösbar. Wobei die zugegeben eher selten sind bzw. so Sachen wie PostIdent weiss man ja vorher, dass da was kommt. Das Elternhaus war bei uns auch immer nur als "Sitz der Gesellschaft" ausgewiesen, seit 2004 haben wir "echte" Büros.

    Generell ist es aber sowohl für mich einfacher, meinen Eltern meinen Ausweis dazulassen und eine Post-Vollmacht zu erteilen, als auch für einen Familienangehörigen, auch z.B. ein Paket anzunehmen, das eigentlich für mich bestimmt war (zuletzt z.B. o2o-SIM-Karte, kam wegen Identitätsprüfung per DPD, Ausweis meines Vaters plus meine telefonisch durchgegebene Perso-Nummer haben gereicht).

    Finanzamt: Die Dame hat das eigentlich ganz abwechslungsreich gefunden, mal einen Ausflug ins Grüne zu machen ("schön haben Ihre Eltern es da aber") und hatte jetzt auch kein Problem damit, nichts anzutreffen (das war aber kein Existieren-die-Wirklich-Kontrollbesuch, sondern eine USt-Unklarheit, die man auch schriftlich hätte ansprechen können) und hat dann lediglich einen "ich war da und habe sie nicht angetroffen, bitte rufen Sie mich zurück"-Zettel für mich abgegeben :)

    Beste Grüße,

    Joern
     
  8. RoMo

    RoMo Erfahrener Benutzer

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    Ich glaube das Problem ist überbewertet.

    Der Erfolg hängt davon ab, ob du ein Produkt/Dienstleistung verkaufen kannst und dem Kunden vertrauenswürdig, kompetent etc. erscheinst.

    Virtual-Office Adressen sind so einfach zu erkennen und erwecken bei mir immer ein sehr ungutes Gefühl. Ich würde niemals mit Firmen einen Vertrag eingehen, wenn diese nur eine Adresse bei Ecos oder so haben, ausser es gibt einen plausiblen Grund hierfür und ich kenne die Leute IRL.

    Gerade Startups machen m.M. den Fehler sich in "besonders gute Adressen" einmieten zu wollen, hier in München bspw in ein Regus Virtual Office in der Maximiliansstraße. Jeder Kunde sieht doch, dass hiermit nur geblendet werden soll.

    Das ist identisch mit dem Firmenwagenproblem. Ich kannte mal einen erfolgreichen Gründer eines regionalen Druck/Werbeunternehmens. Der hatte mal die teuersten Sportwagen benutzt um zu Kundenterminen zu fahren (weil er es sich leisten konnte und er halt schnelle Autos mochte), dies kam aber sehr schlecht an. Er fährt die Autos deshalb nur noch privat und hat sich einen "dezenteren" Benz fürs Geschäft angeschafft.

    Ziel ist es doch gute Arbeit zu machen und Geld zu verdienen. Wenn Startups schon 1000€ im Monat für so einen Blenderbriefkasten zahlen, lache ich sie aus und warte auf die Insolvenzbekanntmachung. Und jeder, der solche Unternehmen beauftragt, zahlt automatisch solche verrückten Sachen mit.


    PS: Ein großes voffice ist hier umgezogen. Wenn ihr also noch Firmen seht, die im Impressum Dachauer Straße 37 stehen haben, ist der Umzug ihres Officebetreibers wohl nicht angekommen? ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Mai 2011

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