Kann ich als Hoster in Zukunft überleben?

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von tim78, 28. März 2005.

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  1. tim78

    tim78 New Member

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    Neben vielen Nachrichten in den vergangenen Monaten und Wochen, die mich bereits nachdenklich gemacht haben, lese ich heute, das RH-Tec wohl Insolvenz angemedet hat!
    Auch wenn die Frage brisant ist frage ich mich:

    - Wie kann ich in Zukunft vom Webhosting leben?
    - Welche Webhoster überleben?
    - Welche Anbietern für Colocation überleben?
    - Welche RZ werden überleben bzw. werden auf neue Entwicklungen angepasst?
    - Wo oder wie kann ich ich solide Basisdienstleistungen mit Mehrwert ausstatten?

    Gruss Tim
     
  2. HostXP

    HostXP New Member

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    Hallo Tim,

    sorry....

    ...ABER....

    ....nur auf Grund von Hosting, kann glaube ich keiner mehr überleben.

    MFG
    Mike
     
  3. alber

    alber New Member

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    Im Moment kann man sehr gut davon leben ! Die Frage ist nur: Wie lange ?

    Hosting ist eine riesige Industrie mit mehr Umsatz als die Musikindustrie, einer positiven Tendenz und ein paar hundert Millionen Kunden. Allerdings ist es etwa so wie in der Musikindustrie: Tausende von Leuten mühen sich vergeblich ab und kriegen keine Kohle. Wenige andere dagegen werden von Geld überschüttet, leben aber mit der ständigen Angst von heute auf morgen "out" zu sein, weil ein anderer es besser macht.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. März 2005
  4. awex

    awex New Member

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    Ich sehe das größte Problem bei folgenden Punkten:

    1. "Webhosting" als Dienstleistung ?
      In der Regel wird der technische Aufwand und die Kosten vernachlässigt auch wenn das eigentliche Geschäft die Dienstleistung ist hat jedes Hosting Unternehmen Fixkosten auf der technischen Seite.
    2. Abhängigkeit der kleinen bis mittelständigen Firmen durch die Lieferanten
      Darauf folgt: Preisabhängigkeit und starres Handeln, Lieferant gibt Geschäftsfelder vor, keine eigene Idee möglich, keine Innovation möglich.
    3. Gefahr, selbst in Nöte zu kommen, weil der eigentliche große Provider Insolvenz anmeldet: Auch hier keine eigene Handlungsmöglichkeit gegeben
    4. Erhebliche Kosten durch Service:
      Nur wenige Kunden sehen wirklich, was Arbeitslohn wirklich kostet
    5. Hohe Kosten durch wirklich gute Anbindung, Backup und Rechner
      Oft wird sich von Anfang an verkalkuliert und somit auf die Dauer ein Finanzloch enstehen, welches bei kleinen Unternehmen in der Privatinsolvenz enden kann
    6. Mangelnde Fachkenntnis:
      Viele Unternehmen vergessen schlicht sich durch prof. Weiterbildung gute Mitarbeiter zu sichern
    7. Mitarbeiter sind in kleinen Unternehmen nicht zu finanzieren:
      Der jetzige Marktist gesättigt und bietet für kleine Unternehmen keine Möglichkeit, zu wachsen
    8. Kunden, die Bonität besitzen und prof. Speicherplatz benötigen werden sich nicht auf kleine Unternehmen (Einzelunternehmen usw) einlassen
      Dies ist auch gut so, da Haftungsfragen bei Ausfall usw nur mit einer beschränkten Haftung sinnvoll sind. Bönität der Anbieter selbst ist in der Regel nicht die Beste.
    9. Mangelndes kaufmänisches Wissen
      In der Regel sollte man sich im klaren darüber sein, dass es das Studium gibt und auch nur dort in der Regel Volks- und Betriebswirtschaftliche dinge gelehrt werden. Man sollte sich also in jedem Fall entweder gut beraten lassen oder selbst das nötige Wissen mitbringen (hat aber nichts mit Webhosting zu tun)
    10. Lichtblick: Es kommen bessere Zeiten:
      Der Markt wird sich durch die Sättigung in einigen Jahren stabilisieren.
      Vorsichtig geschätzt: 30 % aller 1-3 Mann Hoster werden aufgeben müssen (gut für den Rest)
    11. Gegenmittel: Das eigene Unternehmen im Markt aufstellen, das nötige Kapital für schlechte Zeiten mitbringen und vor allem gute Leute vereinigen. Beispiel wäre der Zusammenschluss von innovativen Unternehmen um die Marktposition auszubauen.

    Natürlich ist dieser Beitrag nicht als negative Äuserung gedacht, eher eine These die es gilt auszudiskutieren...
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. März 2005
  5. sitepush

    sitepush Eingetragener Provider

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    Tim, was Du beschreibst, nennt sich Marktwirtschaft.
    Natürlich gibt es immer Mitstreiter, die auch ein Stück vom Kuchen wollen. Natürlich gibt es auch welche, die nach der gesamten Torte streben.

    Es gibt keine Patentlösung, um heute schon die Garantie zu haben, dass Du übermorgen noch am Markt bist. Das ist Teil des unternehmerischen Risikos.

    Ich zitiere mal Laotse: "Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom -- hörst Du auf, treibst Du zurück."

    Das lässt sich uneingeschränkt auf die Marktwirtschaft übertragen.

    Im übrigen wird Dir hier niemand ein Rezept für garantiert gute Zeiten präsentieren, denn Du befindest Dich hier im Haifischbecken unter Mitbewerbern. ;-)


    <klugscheiss>
    Webhosting ist keine Industrie, da Webhosting nicht zum produzierenden sondern zum dienstleistenden Gewerbe zählt.
    </klugscheiss>
    (sorry, konnte es mir nicht verkneifen)
     
  6. webupdesign.de

    webupdesign.de New Member

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    Meine Meinung:
    Als reiner Normalo-Hoster wirst du es in Zukunft schwer haben. Das Privatkundengeschäft lohnt sich absolut nicht. Für Hosting Kohle ausgeben, dazu sind nur noch die Businesskunden bereit. Und die wiederrum haben größere Ansprüche und wollen in Zukunft ihr halbes Büro auf einem zentralen Server haben. Das ist - meiner Meinung nach - die Zukunft, aber wieder mit mehr Aufwand und Know-How (=Aufwand) verbunden.

    Gruß in die Runde,
    Matthias
     
  7. alber

    alber New Member

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    >Als reiner Normalo-Hoster wirst du es in Zukunft schwer haben. Das
    >Privatkundengeschäft lohnt sich absolut nicht.

    Kann ich nicht bestätigen...
     
  8. karlo@netpublics

    karlo@netpublics New Member

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    Wieso nicht? Versucht es doch mal mit Support.

    Karlo
     
  9. alber

    alber New Member

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    Kapiere nicht, wie du das meinst...
     
  10. sartre

    sartre Erfahrener Benutzer

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    Support und Service sind die Zauberworte

    Gruß Thomas
     
  11. awex

    awex New Member

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    Sicher sind das die Zauberworte, allerdings muss dann auch der Kunde bereit sein, für Service zu zahlen. In der letzten Zeit war dies immer weniger der Fall. Realen Arbeitslohn wollten jedenfalls die wenigsten Kunden begleichen.
     
  12. ihr_produktagent

    ihr_produktagent New Member

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    Ein Satz, der alles sagt: Nur wer dem _Kunden_ nützlich ist, wird überleben können.

    Produkte sind irrelevant ... der Kundennutzen ist das Wichtigste!
     
  13. sartre

    sartre Erfahrener Benutzer

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    Nun, es kommt ganz auf die Kunden an. Wenn ich als Anbieter 99 Cent Angebote habe, dann habe ich eben die Kunden die für so ein Paket bereit sind 99 Cent zu bezahlen.

    Gruß Thomas
     
  14. awex

    awex New Member

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    Frankfurt
    Richtig. Un genau dort ist die Falle:

    Beim durchrechnen deiner Finanzdaten und finanziellen Leistungsfähigkeit (Investitionen, Martkposition, Marketing ?!) wirst Du Feststellen, dass dies nur über einen Massenabsatz möglich ist. Für einen Massenabsatz benötigst Du allerdings wieder eine nicht geringe Menge Grund- und Risikokapital (bestes Beispiel Intergenia AG, AG aus dem einfachen Grund um Risikokapital in die Firma zu pumpen). Als Einzelunternehmen ist es dir nach der logischen Sicht schlicht nicht möglich mehr als sagen wir 1000 Kunden zu betreuen. Nehmen wir an Du hast 1000 Kunden á 1 € / Monat. Das wären 12000 € Umsatz. Alleine Die Serverkosten pro Monat für 1000 Kunden dürften den größten Teil davon fressen, ganz zu schweigen das du noch keine Werbung, keinen Service und nichts gegessen hast :)
     
  15. chruppy

    chruppy New Member

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    *g*

    Hm, also ich habe keine Ahnung vom großen Hosting Business ...

    Es ist durchaus üblich dass unsere Kunden rund 400 Euro Miete für einen Server bezahlen und 29 Euro für einen 50MB Acccount. Das juckt einen Betrieb auch nicht (der Firmenwagen für den Abteilungsleiter kostet mehr).

    Ich kann mir da irgendwie nicht vorstellen, dass man von 2,99 Accounts existieren kann ??

    Da braucht man schon ein paar hundert Kunden (die ja auch alle Rechnung und Support haben wollen)

    Ich denke auch hier wird sich (wie beim Webdesign) der Markt in den nächsten Jahren "bereinigen".
     
  16. LSchnee

    LSchnee Eingetragener Provider

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    darauf wartet man schon sooo lange.. ;)
    warum soll sich der markt bereinigen, wenn einem der einstieg immer leichter und billiger gemacht wird (alturo & co).
     
  17. DProjekt

    DProjekt New Member

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    das ist (leider) auch meine Befürchtung ...
    Es gibt immer mehr (nicht nur Kinder) die mal kurz ne webhosting-firma aufmachen. nach 6 bis 15 mon ist dann wieder dicht und die fa. wird übernommen ...
    angebote von 0,29 Euro sind doch die regel.

    Das ist ein schöner Preis. Seit ich meine letzte Anpassung für das 50 MB Paket von 2,90 Euro auf 2,99 Euro gemacht habe, sind die Kundenzahlen nicht besser geworden <ironie>. Bei Privatkunden ist da nichts zu machen...
    --- und für geschäftliche ist es vielleicht zu günstig ;)

    gruß
     
  18. ihr_produktagent

    ihr_produktagent New Member

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    Wo ist denn das Problem darin, kleine Accounts für 20 oder 30 EUR anzubieten, wenn man die richtige Zielgruppe anspricht?

    Der Markt der 0,29 EUR Interessenten ist extrem übersättigt, kein Wunder, daß es dort nicht funktioniert, wie viele glauben. Außerdem wird hier das ganze Augenmerkt auf den Preis gesetzt. Selbst schuld, würde ich sagen.

    Ich habe Kunden, die durchaus solche Beträge im zweistelligen oder dreistelligen Bereich für Angebote zahlen, die man anderswo zumindest auf dem Papier für ein Zehntel oder weniger kriegen würde. Was die meisten aber nicht sehen, ist der Unterschied, daß diese Kunden Wert darauf legen, daß man denen auch mal einen Emailaccount einrichtet statt das Admininterface selbst zu nutzen. Oder das man schnell nachguckt, wieso etwas nicht geht oder sie gerne zu diesem oder jenem noch beraten werden wollen. Alles Leistungen, die diese Kunden bei Massenanbietern wie 1&1, genauso wie bei Dumpinganbietern nie bekommen würden.

    Auch Serverangebote für 200 oder 300 EUR dürften zu verkaufen sein, welche anderswo rein hardwaremässig 50 oder 70 EUR kosten.

    Das Problem liegt oft genug in der Sichtweise der Anbieter selbst.
     
  19. awex

    awex New Member

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    Frankfurt
    Sichtweise und vor allem an der mangelnden Marketingerfahrung und der Fähigkeit überhaubt ersteinmal prof. Kunden überzeugen zu können.

    Genau dann mach "Webhosting" ja "Spass". In einem professionellen Umfeld Lösungen zu erarbeiten. Aber dafür bedarf es wie gesagt mehrer Komponenten, bei den meisten Anbietern im "0815" Geschäft scheitert es ja meistens schon beim Backup...
     
  20. itpreisser

    itpreisser New Member

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    Das wichtigste sollte doch erst mal sein, daß ich mir meine Zielgruppe definiere. Danach kann ich ja meine Pakete entsprechend schnüren und eine Zielgruppenorientierte Werbung betreiben. Auch ein Billighost kann sich rechnen lassen, denn dann kommen halt nicht nur 10 oder 20 Kunden auf nen Mittelklasse-Server, sondern bis zu 100 auf ne Billigkiste. Support gibbes dann (wie bei den Riesen auch) nur im ersten Monat kostenlos (aßer e-Mail, die ist natürlich durchgehend kolo!) und danach kommt halt ne 0180-Nummer.

    "Premium-Hosts" kosten entsprechend mehr, haben aber dann auch entsprechende Leistungen und jetzt kommt glaube ich auch das wichtigste, eine PERSÖNLICHE Betreung. Also, daß der Hoster als Partner da ist und nicht als Dienstleister.

    In Kombination beider Schienen denke ich hat jeder vernünftige Hoster auch in Zukunft nicht nur eine Überlebenschance, sondern sogar noch ein reichhaltiges Wachstumspotential. Denn viele Mittelgroße, meißt private Communities sind bei den Riesen nicht wirklich gut aufgehoben und viele Admins würden ja auch gerne wechseln, trauen sich oft nur nicht weil sie befürchten am Ende noch schlechter da zu stehen. Und genau da fängt dann schon die persönliche Betreuung an.......

    Greetz

    Robert
     
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