Preiserhöhung der Webpakete ohne Ankündigung

Dieses Thema im Forum "Erfahrungen mit Anbietern" wurde erstellt von Pierre70, 8. Februar 2016.

  1. Pierre70

    Pierre70 Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich möchte den betreffenden Hoster (noch) nicht nennen, habe aber hier ein Anliegen, das mir der geneigte Hoster hier im Forum doch vielleicht beantworten könnte...

    Ich hoste mehrere Webpakete bei einem Hoster, habe mittlerweile auch einige Bekannte dorthin "vermittelt". Nun ist es so, dass ca. alle 12 bis 15 Monate die Preise steigen, und zwar teilweise um 100 %. Das mag ja irgendwie begründet sein, ABER: ich - und meine Bekannten - hatten niemals (!) eine schriftliche (E-Mail oder postalisch) Nachricht darüber erhalten, dass die Preise gestiegen sind.

    Frage: Ist das eigentlich rechtens? Die Frage stelle ich sowohl aus juristischer als auch moralischer Sicht (mit dem Bezug auf die Nicht-Bekanntmachung).

    Ja, ich weiß, ist hier kein Rechts-Forum ;-)

    Aber wie haltet Ihr Hoster das? Informiert Ihr Eure (Stamm-) Kunden vor iener Preiserhöhung? Ehrliche Antworten bevorzugt :)
     
  2. JABA

    JABA Eingetragener Provider

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    Hallo,

    eine Preiserhöhung müsste angekündigt werden, da sich der Vertrag verändert und eine Zustimmung erforderlich macht. Es wird entweder ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt oder der Webhoster kündigt Ihnen zum nächst möglichen Termin.

    Außer es ist vertraglich vereinbart, dass nach X Monaten/Jahren sich die Tarife um X % erhöhen. Aber das ist eher selten.

    Es gibt so viele Webhoster, lohnt sich da ein Streit? Einfach den Webhoster wechseln und die Ruhe genießen :) Des Weiteren sollte eigentlich jedem klar sein, dass Webhosting Produkte <= 1€ nicht finanzierbar sind. Damit hat man höchstens die Kosten für die Domain abgedeckt, aber kein Gewinn.
     
  3. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    Guten Tag,

    kommt darauf an was in den AGB steht. Aber wie JABA bereits sagt muss eine Preiserhöhung zumindest angekündigt werden. Dass eine Preiserhöhung stattfindet ist keine Besonderheit, dies ist darin begründet, dass viele Domainendungen wie .com .net .org .info .biz in Dollar gehandelt werden und der Euro gegenüber dem Dollar in den letzten Monaten stark an Wert verloren hat. Das ist natürlich bei vielen Webhostern die sehr knapp kalkulieren ein Problem was zu solchen Preiserhöhungen führen kann.
     
  4. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    vielleicht ist die Preiserhöhung auf einfach nur überlesen worden.

    Beispiel unser Domain-Großhändler InternetX (den ich ansonsten für sehr seriös halte, aber das ist eine Frechheit): Da stehen Preiserhöhungen grundsätzlich immer in Newslettern drin, die so Namen wie "Sonderangebote für Sparfüche" haben, die in der Einleitung nur tolle Promo-Angebote versprechen und die zu 90% aus Werbung bestehen. Nur an drittletzter Stelle (damit es wirklich keiner versehentlich liest) steht dann beiläufig erwähnt, welche Domainendung teurer wird.

    Vielleicht war es eine ähnliche "Bekanntmachung" ja auch in Deinem Fall, und sie ist schlichtweg überlesen worden?
     
  5. darkstar

    darkstar Erfahrener Benutzer

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    Sorry, aber das _NICHT_ korrekt. Wechselkurs: 09.02.2015: 1 Euro = 1,1353 USD, 08.02.2016: 1 Euro = 1,11532
    Die Kosten aus Aenderung des Wechselkurses liegen also bei 1,8% und das rechtfertigt nicht mal ansatzweise eine Preiserhoehung von 100%. Die wesentlich höheren jaehrlichen Preiserhöhungen bei CNO/.biz bei InternetX sind uebrigens ein anderes Thema.

    MfG
    darkstar
     
  6. Pierre70

    Pierre70 Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    vielen Dank für Eure bisherigen antworten!

    Bei den betreffenden Webpaketen handelt es sich ausschließlich um Pakete mit einer inkludierten .de Domain. Meines Wissens sind die Preise für .de Domains in den letzten Jahren nicht signifikant gestiegen ;-)
    Ich bin meinen E-Mail-Bestand mal durchgegangen und fand dann doch eine (!) E-Mail vom Hoster* mit der Info der Preiserhöhung für die Webpakete aufgrund von gestiegenen Strompreisen. Für "mein" Webpaket bedeutete dies im Sommer 2013 eine Verteuerung von 0,99 EUR/Monat auf 1,29 EUR/Monat, was ich auch nachvollziehen kann.
    Nur, mittlerweile kostet "mein" Paket 2,99 EUR/Monat. Wie gesagt, ohne Ankündigung geschweigedenn Begründung.

    Da ich meine sämtlichen Webpakete von diesem Hoster jetzt wegziehen werde, bin ich nochmal die AGB durchgegangen. Und siehe da: im November 2015 wurde die Kündigungsfrist von vormals 4 Wochen auf 2 Monate vor Ende der Vertragslaufzeit still und heimlich geändert (herausgefunden via archive.org). Selbstverständlich (!) auch ohne Mitteilung. Ist doch auch nicht rechtens, oder? Also die Desinformation...

    Ich würde mich über weitere Antworten zu diesem Thema freuen ;-)

    * Ich lösche geschäftliche E-Mails (also auch den Schriftverkehr mit/zwischen Hostern) niemals
     
  7. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    wenn der Hoster seine AGB *für zukünftige Verträge/Kunden* ändert, braucht er Dich darüber nicht informieren.

    In wie weit die geänderten AGB für Deinen vorher abgeschlossenen Vertrag gelten, ist ne andere Frage. Solange er Dir gegenüber keine neuen erklärt hat, gelten für Dich erstmal die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.
     
  8. Pierre70

    Pierre70 Erfahrener Benutzer

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    Ah, okay. Dann bin ich mal gespannt, ob es sich so verhält ;-)

    Danke für die Antwort, jodost!
     
  9. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    1,353 - 1,115 = 0,238
    0,238 * 100 / 1,353 = 17,59 % nicht 1,8 %. - Siehe auch 3 Jahres Chart - http://www.finanzen.net/devisen/dollarkurs

    Das ganze pro 1 €. Das heißt, wenn ich eine Domain für z.B. 9,50 $ kaufe, hat diese vor dem Wertverfall des Euro 6,15 € gekostet und kostet jetzt bei einem Kurs von 1,115 8,41 €

    Je nach dem mit welchem Kurs der Anbieder die Preise vorher kalkuliert hat, wieviele Domains er einsetzt, was er noch so für Änderungen vornimmt, ist hier eine Preiserhöhung in jeden Fall notwendig. Anders würde man pro Domain 1-2 Euro zuzahlen. Bei einem Domainbestand von 10.000 Domains wären 1-2 € 10.000 - 20.000 € Verlust pro Jahr.
     
  10. darkstar

    darkstar Erfahrener Benutzer

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    @MichaelSchinzel:
    Meine Meinung: 17,59% in _3_ Jahren sind 5,55% _pro Jahr_ und rechtfertigt keine 100% Preiserhöhung _pro Jahr_.

    Das Hochrechnen auf 10.000 Domains oder 1.000.000 Domains spielt eigentlich keine Rolle und lässt nur die Zahlen größer aussehen.
    Wechselkursen sind nicht "gottgegeben" und müssen im Risikomanagement berücksichtigt werden. Das Mindeste wäre eine transparente Preisgleitklausel im Vertrag mit dem Kunden (bevorzugt B2B) oder alternativ eine bestimmte Laufzeit des Vertrages (B2C). Dann könnte man jederzeit mit einem jährlichen Neuabschluss die Preise festsetzen, da die Domain am Anfang bezahlt wird.

    Darüber hinaus (in Kurzform):
    Wo sich der Dollarkurs Ende 2017 (!) befinden soll, lässt sich auch in diversen Prognosen nachlesen (Max/Min/Median bilden) und man kann daran ein Wechselkursrisko festmachen. Wenn ich also für einen bestimmten Zeitraum Preise angeben muss, so muss ich dieses Risiko einpreisen, wenn man im Dollar-Raum einkauft und in Euro an die eigene Firma bezahlt wird. Der Wert für diesen Wechselkursrisiko-Zuschlag für 2 Jahre Laufzeit lag im Januar letzten Jahres übrigens bei ca. 20% (!).
    Im Übrigen kann man mit einer Wechselkursprognose in etwa bewerten, wann es sich lohnt, USD aufs Dollar-Konto (macht sogar meine Sparkasse) umzuschaufeln oder ggf. ein Devisentermingeschäft (ab mittlerem 5-stelligen EUR-Bereich pro Geschäft) zu tätigen, um tagesaktuelle Schwankungen nicht mitmachen zu müssen.


    MfG
    darkstar
     
  11. MichaelSchinzel

    MichaelSchinzel Eingetragener Provider

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    http://www.finanzen.net/devisen/dollarkurs - die untere Leiste bei der 3-Jahresansicht gibt den Zeitraum an. Der Wertverfall des Euros gegenüber des Dollars ist nicht über 3 Jahre passiert sondern Mitte 2014 - Anfang 2015. Das war nicht mal 1 Jahr. Zudem kann man den Preisverfall nicht einfach so errechnen, hier muss man die kurzfristige Spanne nehmen und nicht den Preisverfall auf X Jahre verteilen nur weil man es dann schöner rechnen kann. Ich weiß nicht ob du ein Unternehmen führst, aber so funktioniert das nicht, es sei denn man möchte pleite gehen.


    Dass sich der Wertverfall bei manchen Anbietern erst später zeigt, hängt mit Vertragslaufzeiten bei den Zwischenhändlern zusammen. Man kann ja z.B. bei einem Domainreseller einen festen Preis in Euro für X Jahre vertraglich festlegen. In dem Fall trägt der Zwischenhändler den Verlust bis zur Vertragsverlängerung.


    Manche Kunden neigen aber auch dazu etwas zu übertreiben und können % nicht richtig ausrechnen, so wie du in diesem Beispiel auf 1,8 % gekommen bist, wie auch immer. 100 % Preiserhöhung kann ich mir nicht so recht vorstellen es sei denn man hat so schon fast nichts für eine bestimmte Leistung bezahlt. 100 % Preiserhöhung kann daher auch bedeuten von 0,90 € auf 1,80 € / Monat zu gehen.



    Wir sprechen hier schon noch über Domain / Webhosting Preise nicht über Clustersysteme und millionen Investitionssummen richtig? Es geht hier um Cent - Euro Beträge. Um am Markt hier noch Gewinn erwirtschaften zu können, muss man den Aufwand möglichst gering halten, daher wird es so etwas wohl kaum geben :) Dennoch eine interessante Vorstellung.



    Ja, das nennt sich auch - Kaffesatzleserei. Da kann ich auch zu einer Wahrsagerin gehen und mir aus der Glaskugel was erzählen lassen. Wie soll man einen Wertverlust von 17 % über 8 Monate 2 Jahre im Voraus prognostizieren? Da kommen 5 weitere Griechenlandkrisen und schon sieht die Prognose wieder anders aus.


    Das nennt sich Währungskonto bei der Sparkasse. Da hat man aber dennoch einen Wechselkurs der deutlich schlechter ist als der Wechselkurs am Aktienmarkt. Zudem Mehrkosten in der Verwaltung, denn ein Fremdwährungskonto erzeugt mehr buchhaltärischen Aufwand in der Verwaltung.


    Ich denke es ist alles dazu gesagt. 17 % der 100 % sind wohl einfach Währungsbedingt :) Beim Rest einfach den Provider fragen, warum er noch 83 % erhöhen musste. Vielleicht hat man hier festgestellt, dass man sich verkalkuliert hat.
     
  12. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    Wie Preiserhöhungen stattfinden ist üblicherweise in den AGB geregelt. Eine entsprechende Möglichkeit und Frist zur Reaktion muss Endverbrauchern gegeben werden. Selbst im B2B-Bereich darf nicht sittenwidrig agiert werden.

    Gründe für Preiserhöhungen in unserer Branche sind meistens
    • Währungsschwankungen
    • schlechte Energiepolitik in Deutschland (Stichwort EEG-Umlage)
    • dreiste Preiserhöhungen seitens der ICANN
    • Ende einer eingesetzten Technologie und daraus resultierender Verteuerung der Wartung / Pflege
    • oder, wobei das wäre dreist, "Abzock-Tacktig" des Anbieters

    VG Felix
     
  13. Bitpalast

    Bitpalast Geprüfter Provider

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    Ort:
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    Bitpalast® ist mit dem Post aus der Anfrage dieses Threads nicht gemeint.

    Aber auch Bitpalast® hatte vergangenes Jahr alle Kundenkonten, die auf alter Technik liefen, gekündigt und in drei zeitlich versetzten E-Mail-Ankündigungen an alle Kunden sowie einer zusätzlichen individuellen E-Mail mit neuen Zugangsdaten für neue Konten einschließlich Ankündigung von Preis- und Leistungsänderungen alle Kunden informiert. Eine Preisänderung wurde auch nicht sofort umgesetzt, sondern zuerst wurden die Kunden migriert und erst ab dem nächsten Rechnungszeitraum, nachdem die Kunden die neue Technik schon zum alten Preis nutzen konnten, wurden dann auch die Preise den neuen Paketen angepasst. Kunden hatten also jede Menge Zeit und Probiermöglichkeiten, sich zu überlegen, ob sie die neuen Paketen nutzen oder kündigen möchten.

    Trotzdem Bitpalast® jeden Kunden insgesamt viermal vor dem Umzug angeschrieben hat, gab es letztlich Kunden, die felsenfest davon überzeugt waren, dass sie von der Preiserhöhung überrumpelt wurden. Zudem haben die Kunden nur gesehen, dass der Preis höher wird. Das sich aber die Leistung etwa verzwanzigfacht hat, wurde kaum wahrgenommen.

    Bitpalast® hatte sämtlichen Umzugs- und Kündigungswünschen ohne Fristen, teils sogar rückwirkend entsprochen. Es ist immer möglich, dass Kunden die Benachrichtigungen schlichtweg nicht erhalten (z.B. weil sie im Spam-Filter ankommen), nicht lesen oder nicht verstehen. Da muss man als Hoster schon so beweglich sein und sich so verhalten, wie der Kunde es möchte. Es nutzt dem Hoster doch nichts, wenn er um jeden Preis auf die Einhaltung von Kleingedrucktem pocht. Wenn ein Kunde sich halt aus welchem Grund auch immer schlecht behandelt fühlt, auch dann, wenn er das eigentlich selbst verschuldet hat, indem er sich nicht kümmert, muss man ihn ziehen lassen. Der Kunde wird immer davon überzeugt sein, dass er im Recht ist.
     
    toeter und Mercator gefällt das.

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