Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

Dieses Thema im Forum "Kommentar" wurde erstellt von whl-team, 26. Februar 2006.

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  1. whl-team

    whl-team New Member

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    Erstaunliches war in den letzten Tagen in der Presse zu lesen: Telekom-Chef Kai Ricke fordert von Webanbietern eine Beteiligung an den Kosten der Breitbandverkabelung - "ansonsten wird es keine Datenautobahnen mehr geben". Steht uns ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    Eine Botschaft geht im Moment um den Globus: Ist die Zukunft des freien Internets besiegelt? Immer mehr Infrastruktur-Anbieter möchten sich an den Gewinnen der Inhalteanbieter beteiligen und bieten nur noch dann Zugang zu ihren Ressourcen, wenn sich die Content Provider auch beteiligten. Jüngster Prophet in dieser Sache ist kein geringerer als Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender des Rosa Riesen in Bonn, der Deutschen Telekom. Immer noch mit einem überwältigendene Marktanteil versehen hat sein Wort Gewicht. Und seine Botschaft ist recht schwer verdaulich: Zukünftig müssten sich Content Anbieter im Internet an den Kosten der Bandbreitenbereitstellung beteiligen. Konkret geht es um die Finanzierung des Breitbandausbaus der nächsten Generation in Deutschland. Hier würde zwar die Deutsche Telekom die Leitungen bereitstellen, das Geld wird dann aber mit neuen Diensten verdient. Ungerecht, findet Kai-Uwe Ricke in einem Interview mit der Wirtschaftswoche.

    Denn Google, Amazon und Ebay werden die neuen Infrastrukturen schon bereitwillig nutzen. Dafür aber nichts bezahlen. Zwar möchte Herr Ricke keine allgemeine "Datenmaut" auf seinem Backbone, aber er sagt sehr deutlich:

    Damit stößt er in das gleiche Horn, welches auch schon große Provider wie AOL in den USA angespielt haben. Dort sollte z.B. die EMail-Zustellung zukünftig Geld kosten. Läuft es also auf eine Zwei-Klasse-Gesellschaft im Internet hinaus? Gibt es zukünftig schnelle Bandbreiten für bezahlende Unternehmen und unzuverlässiges Schmalband-Verbindungen für den Rest. Schwer vorzustellen wie ein solches Internet funktionieren würde. Schwer vorzustellen, welche Auswirkungen dies auf einen Webhosting-Markt hätte.

    Es bleibt abzuwarten, in wie weit sich die Vorstellungen der Großkonzerne für eine neue Geldquelle umsetzen lassen. Letztendlich steht nicht geringeres zur Debatte als die Zukunft des demokratischen und kostenfreien Internets. Der Einsatz ist also hoch.
     
  2. minotaur

    minotaur Guest

    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    Moment mal kurz, höre ich hier ein "MAAMMMIIII".

    Kaum sieht man das Rosa Monopol gefährdet und hat Angst, das dass große Geld an einem vorbeifließt, greift man total unrealisierbare Ideen auf. Wie sollte man sich das denn nun vorstellen? Zahlen wir dann pro Seitenbesuch 10 Cent und pro E-Mail 20 Cent? Wer würde denn dann noch Platformen wie Ebay besuchen?

    Oder bezahlt der Seitenbetreiber nun absofort nach Klicks seiner Besucher. Wer würde dies dann überwachen, das hier keine Statistiken manipuliert werden?

    Das wäre ja nun fast schon so als würde mein Strom Anbieter zu mir kommen und verlangen das ich 20% meiner Gewinne an ihn abgebe. Denn mit Strom lässt sich bekannterweiße viel anfangen.

    Wo wären wir denn wenn Google, Amazon und Ebay dies nicht nutzen würden. Nämlich genau dort das keiner schnellere Leitungen bräuchte! Hierbei spreche ich vom durchschnitts Surfer. Und eine allg. Datenmaut gibt es ja schon, Traffic Kosten und Peering Kosten sacken die Betreiber alá Telekom ja ein. Und ein großteil der Gebühren trägt ja bereits der Benutzer an sich. Wenn nach meiner Auffassung das Preisdumping im Bereich DSL-/Resale nun langsam nicht mehr weiter möglich ist.

    AOL wird früher oder später mit ihrer Preispolitik und ihren eigen gekochten Süppchen ( Port Sperrungen usw.) selbst zur Einsicht kommen, das dies nicht zum gewünschten Erfolg/Geld führt.

    Gibt es die nicht heute schon? Ein Unternehmen das zuverlässige und schnelle Leitungen benötigt schlägt sich doch nicht mit Resellern herum. Sie geht direkt zur DTAG, BT usw. um dort sich Leitungen einzukaufen.

    Ich erinnere mich gut an die alten Modem/ISDN Zeiten. Hier kostete die Minute bis zu 3 DM. Man fasste sich eben kurz und beschränkte sich auf das wesentliche. E-Mails wurden offline geschrieben und beim nächsten Online Eintritt verschickt. Doch die Zeit hat sich gewandelt und der Konkurrenz Kampf am Markt ist größer geworden. Die Telekom hat offiz. ihre Monopol Stellung verloren und versucht sich immer noch an ihre alten Position festzuklammern. Neue Techniken kamen auf die viel mehr Möglichkeiten bereitstellten. Doch die Preis Schraube wurde immer mehr nach unten gedreht, irgendwo muss ja das Geld eingespart werden: Service.
    Vielleicht sollte die Telekom sich wie auch die freie Wirtschaft im Service Bereich engagieren. Damit wird heutzutage nämlich das große Geld gemacht, falls euch das noch keiner eurer Analysten mitgeteilt hat, liebe Telekom. Und genau hier sehe ich auch das größte Manko bei der Telekom. Anträge werden verschlampt, unqualifiziertes Personal am Telefon, keine klare Schaltungstermine usw. ich denke die Palette ist enorm.

    Kurzum wäre ich einverstanden mit Mehrkosten für den Benutzer der Internets, wenn auch endlich der Gesamteindruck stimmt. Und seien wir mal reel wer braucht eine 16 Mbit Leitung (asynchron) im Heim bedarf. Techniken wie HD-TV usw. sind noch längst nich soweit das Sie für den Normal Nutzer zugänglich sind. Ich selbst habe einen 6 Mbit Anschluss aber auch nur wegen der erhöhten Upstream Geschwindigkeit. Doch wenn ich auf mein monat. Transfervolumen schaue und dies mal runterbreche, stelle ich fest 1 Mbit würde auch reichen. Wenn ich mir dann die Preise hierzu anschaue, ist es ja fast lächerlich. Aber ich bin gespannt wie die Telekom sich das vorstellt. Wir werden es sehen...
     
  3. italia

    italia Erfahrener Benutzer

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    Hieepy, das heißt also jeder Haushalt bekommt in den nächsten Jahren eine DSL-Leitung (min. 6MB) inkl. dazugehörender DSL-flat für 0,- Euro/mtl. ins Haus gelegt. Die ganze Infastruktur wird ja jetzt von den Content-Provider bezahlt :)

    PS: Ironie-Tags bitte selber setzen
     
  4. [ip69.de]christian

    [ip69.de]christian New Member

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    also hier sollten die netadmins dieser welt wirklich mal überlegen auf die dtag n kleines "do not announce" zu setzen ;)
    wenn das alle machen würden.... sollen sie doch sehen wie sie ihre kunden bedient bekommen *G*
     
  5. Manikman

    Manikman Eingetragener Provider

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    100% ACK. So siehts aus.

    Es zwingt die Telekom ja keiner dazu ihr Netz zu erweitern. Wenn ist das höchstens der Konkurrenzkampf unterienander.
     
  6. floewe

    floewe Erfahrener Benutzer

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    Das ist doch die gleiche DTAG die das bisherige Netz damals für Lau bekommen hat, wenn ich das so richtig sehe. ( So sieht die RegTP das ja auch in ihren Regulierungsbeschlüssen)

    Wenn kleine alternative Anbieter, die sich ihr Netz hart erarbeiten müsssen das fordern, OK. Aber errst Milliarden Reibach mit geschenkten Werten machen, und wenn an diesen langsam der Gilb nagt, wieder neue Werte geschenkt bekommen wollen??? Also selbst bei "Geiz ist Geil" fliegt man für so Wünsche einfach raus :)

    Natürlich zahlen wir gerne für Leistungen die uns Kunden und Gewinn einbringen...wenn die DTAG uns die Kunden bringt die das kleine bissl mehr auch zahlen, darf diese den Teil gerne abhaben...

    my 2 cents
     
  7. knuffi

    knuffi New Member

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    Hallo,

    wenn ich das richtig sehe, dann gehts doch hier um geplante Netzausbauten jenseits der jetzigen Leistungen.

    Nun Frage ich mich, welcher Privatkunde benötigt schon 16 Mbit/s? Das sind die jetzigen Angebote. Umso fraglicher ist es doch, was ein Privatkunde mit noch mehr Leistung macht?

    Demnach hätte sich das Thema doch schon erledigt. :D
     
  8. G.Röhrmann

    G.Röhrmann Eingetragener Provider

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    naja, genauso hat mich 1995 mein damaligen Computerhändler gefragt (als die Pentiums auf dem Markt kamen), wozu man jemals einen Rechner benötigt der mehr als 100 MHz Leistung hat. Als ich 1982 das erste mal in einem Rechenzentrum gearbeitet habe, hatte das ganze RZ zusammen 16 MHz. Und heute?
    Fazit: also auch 16 MBit/s oder gar 100 MBit/s werden irgendwann mal Kleinkram sein. Alles nur eine Frage der Zeit.
     
  9. Hosting-Power

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    AW: Steht ein radikaler Wandel im Internet bevor?

    hallo

    ich glaube T will ihr netz im auslauf aufbauen und braucht ein bissl geld ;)

    und ich glaube in diesen artikel meinen die den traffic von tauchbörsen usw.

    mfg

    Matthias
     
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