US Unternehmen haben in der EU einen unfairen Vorteil gegenüber Firmen in der EU...

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von terrabyte, 30. September 2005.

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  1. [ip69.de]christian

    [ip69.de]christian New Member

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    AW: US Unternehmen haben in der EU einen unfairen Vorteil gegenüber Firmen in der EU.

    sammelklage bei den vereinten nationen?
    oder soll ich gerhard bescheid geben das wir in den USA einmarschieren sollen? ;)
     
  2. matthiasm

    matthiasm Eingetragener Provider

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    AW: US Unternehmen haben in der EU einen unfairen Vorteil gegenüber Firmen in der EU...

    @andymag:

    Ich beweise Dir, dass Du falsch liegst:

    Verkauf eines Produktes zu EUR 116,00 brutto an einen Kunden:

    1200 Forderungen aus LuL
    ...... an 4400 Umsatzerlöse ..... EUR 100,00
    ...... an 3805 Umsatzsteuer ..... EUR 16,00

    1800 Bank
    ...... an 1200 Forderungen aus LuL ..... EUR 116,00

    Wie man eindeutig sieht zahlt der Kunde die Umsatzsteuer, denn mit Aufkommen der Forderung buchst Du nicht einfach nur den Gesamtbetrag als Erlös weg und rechnest später davon die Umsatzsteuer runter, sondern erfasst getrennt Deinen Erfolg und die Umsatzsteuer, die Du im Auftrag des Staates mit einkassierst. Kurzum bist Du für den Staat der Steuereintreiber und übergibst ihm periodenweise die von den Kunden gezahlten Steuern, jedoch bist Du nicht derjenige der die Umsatzsteuer von seinem erfolgswirksamen Einnahmen (Umsatzerlösen) zahlen muss.

    Sicher interessiert einen privaten Verbraucher nur der Gesamtbetrag, den er an das Unternehmen abführen muss, dennoch zahlt er als Bestandteil des Betrages immer als letztes Glied der Kette die Umsatzsteuer, die für das Unternehmen wiederum vollkommen neutral ist.

    Quod erat demonstrandum. Ich hoffe, dass dies jetzt verständlich war.

    Viele Grüße

    Matthias

    PS: "Vorsteuer" habe ich bewusst mal außen vor gelassen, um die Sache nicht zu verkomplizieren.

    PPS: Man sollte ggf. auch zwischen Zahlung als Transaktion und als Belastung differenzieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2005
  3. andymag

    andymag New Member

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    715
    AW: US Unternehmen haben in der EU einen unfairen Vorteil gegenüber Firmen in der EU.

    Danke für die Erklärung von Dingen, die ich selbst Tag für Tag mache.

    Er zahlt als letztes Glied der Kette auch alles andere, auch Urheberrechtsabgaben und und und. Diese werden im Übrigen genauso rausgerechnet und sind trotzdem Abgaben, die das Unternehmen leisten muss - und sich die natürlich vom Kunden wiederholt, denn eine andere Herkunft des Geldes gibt es nicht.

    Ja und nein. Dass das jeder so rechnet und die Rechnung so auch korrekt ist, ist absolut okay. Nicht anders bei Urheberrechtsabgaben etcpp..

    Im übrigen ging es darum, wer Mehrwertsteuer zu zahlen hat und da verstehe ich nicht, was z.B. an dem Satz
    "Eine Mehrwertsteuer (MwSt) ist eine Steuer, die von einem Unternehmer/Unternehmen für den von ihm produzierten Mehrwert an die Steuerbehörden abzuführen ist." als reichlich offizielle Definition so schwer zu verstehen ist. Ja, die praxis scheint einem anders, aber das scheint nur so. *g*
    Ich verweise jetzt nur noch auf den wissenschaftlichen Dienst, weil ich schlichtweg keinen Bock habe, mich weiter selbsttätig argumentativ mit immer derselben betriebsbedingten Sichteinengung auseinander zu setzen.
    Nicht böse gemeint, aber genau das ist es. Natürlich zahlt der Kunde die Mehrwertsteuer, er zahlt auch die Ökosteuer, die Tabaksteuer, Vergnügungssteuern und alle anderen nach genau dem Prinzip veranlagten Steuern. Aber eben nur, weil die eben Teil des Preises sind. Verbucht werden die alle gleich, zahlungspflichtiger an den Fiskus ist das Unternehmen. Und wenn das Unternehmen nicht zahlen würde, würde nicht ersatzhalber der Endkunde heran gezogen. Damit ist der Unternehmer der zahlende und Verpflichtete - und imho eindeutig auch der, der die MwSt. bezahlen muss. Denn, wie gesagt, es klingelt keiner ersatzweise beim Kunden... ;)

    Findet ein Produkt keinen Endabnehmer, weils z.B. im Regal liegen bleibt, dann haben im Übrigen trotzdem alle vor dem letzten in der Kette der Wertschöpfung ihren Mehrwertsteueranteil bezahlt - und der eigentliche Endkunde keinen Pfennig, denn den gibbet nicht.

    Ebenfalls schöne Grüße und ein erholsames Wochenende :)

    PS: Der Hinweis auf die Vorsteuer und die damit einhergehende scheinbare Komplizierung ist ganz gut. Die macht das nämlich nicht kompliziert, sondern nur sie sorgt dafür, dass genau diese Steuerart Ihren Zweck überhaupt erfüllen kann und genau das tut, was sie soll. Wenn man das einmal von der Unternehmensmehrwert-Seite aus im Blick hat, ist Vorsteuer und Verrechnung ein grundlegender und recht einfacher Bestandteil. Ohne den gänge das gar nicht.
    Um es noch mal ganz kurz zu verdeutlichen. Der Verkaufspreis minus den Einkaufspreis ist der erwirtschaftete Mehrwert - und genau der wird besteuert. Deswegen zieht man die Vorsteuer (auf den Einkaufspreis) auch von der Umsatzsteuer beim Verkaufspreis ab. Genau so ergibt sich die Steuer für den Mehrwert, das ist nämlich genau 16% des erwirtschafteten Mehrwerts - und die muss von dem jeweiligen Unternehmen dann abgeführt werden. Das wäre das System erst mal grundsätzlich. Besser verständlich jetzt? :)
    (Kein Wunder, wenn Steuern für mordskompliziert gehalten werden und alles nur wie Rechenschikane aussieht, wenn kaum einer das System überhaupt zu verstehen scheint. Dabei ist doch offensichtlich, dass man nicht die ausgewiesene Umsatzsteuer abführt, sondern "irgendwas" zusammengerechnetes an des Fiskus geht - aber offensichtlich führt das bei Erklärungsversuchen nur gerne zu weiteren Mißinterpretationen. *gg*)
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2005
  4. terrabyte

    terrabyte New Member

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    1.471
    AW: US Unternehmen haben in der EU einen unfairen Vorteil gegenüber Firmen in der EU...

    >Damit ist der Unternehmer der zahlende und Verpflichtete - und imho
    >eindeutig auch der, der die MwSt. bezahlen muss. Denn, wie gesagt, es
    >klingelt keiner ersatzweise beim Kunden... ;)

    Ich zahle einen Großteil meiner Mehrwertsteuer als Kunde selbst, nämlich weil ich aus den USA Rechnungen ohne MwSt kriege die aber in Deutschland Mehrwertsteuerpflichtig sind und von dem leistenden Unternehmen eigentlich besteuert werden müssten. In diesem Fall ist der Unternehmer der die Leistung empfängt ja selbst verpflichtet die MwSt zu entrichten, wenn er sie auch gleich wieder als Vorsteuer rein holen kann...
     
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