Webprojekte - rechtliche Sicht

Dieses Thema im Forum "Webdesign" wurde erstellt von drtw, 30. September 2011.

  1. drtw

    drtw New Member

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    Hallo,
    ich "baue" seit mehreren Jahren Webseiten, ohne dafür allerdings jemals etwas dafür zu verlangen. Meistens waren es Vereinsseiten oder kleine Webseiten für Unternehmen von Bekannten. Nun hat mich ein Kumpel gefragt, ob ich nicht für seinen Kumpel so ein Projekt übernehmen könnte. Da wollte ich mich mal informieren, was ich dort beachten sollte und inwiefern mir das als Student erlaubt ist, sowas "privat" zu machen. Muss ich da steuerlich gesehen mit Abgaben rechnen? Muss ich weitere Dinge beachten (besondere Rechte des Auftraggebers?)

    Freue mich auf eure Antworten, danke.
     
  2. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    AW: Webprojekte - rechtliche Sicht

    Gute Morgen,

    ja, musst Du. Wenn Du für den Auftrag z.B. 500 Euro bekommst, ist das genauso, als würdest Du bei irgend einem anderen Studentenjob 500 Euro verdienen. Wieviel davon an Steuern runtergeht, ist von vielen Faktoren abhängig, irgendwas zwischen gar nichts und der Hälfte, bei nem Kleinstjob neben dem Studium wahrscheinlich eher "gar nix".


    na klar musst Du.

    Da wäre zunächst mal die Vereinbarung mit Deinem Auftraggeber. Das kann letztlich ein Werkvertrag oder ein Dienstvertrag sein, was insbesondere dann wichtig ist, wenn das Ergebnis dem Kunden nicht gefällt oder der Aufwand nachher viel mehr oder weniger war als ursprünglich geplant.

    Dann gibt es natürlich Urheber-/Verwertungsrechte. Wenn Du für den Auftraggeber z.B. ein Logo erstellst, dann wäre eine zusätzliche Vergügung denkbar, wenn der Auftraggeber dieses Logo auch für andere Medien (Briefpapier o.ä.) nutzt.

    Und auch Haftungsthemen. Wenn Du ohne Wissen Deines Auftraggebers bei Deinem Design klaust, und Dein Auftraggeber deswegen ein Problem bekommt, kannst Du evtl. haftbar gemacht werden.

    Natürlich sind die o.g. Punkte davon abhängig, ob Werk- oder Dienstvertrag, darum kann man keine generelle Empfehlung geben, was besser ist (wobei ich eher Dienstverträge bevorzuge).

    Bei einem kleinen Auftrag ist das alles nicht sooo problematisch. Aber wenn Du es besonders einfach haben willst (dann hast Du auch selbst nicht das Problem, wie Du die Einnahmen dem Finanzamt mitteilen musst), dann lass Dich einfach auf 400 Euro-Basis als Studentenjob anstellen.

    Viele Grüße,

    Joern
     
  3. drtw

    drtw New Member

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    AW: Webprojekte - rechtliche Sicht

    Danke für die schnelle Antwort, Joern!

    Heißt das, es wäre für mich sehr vorteilhaft, auch wenn ich das ganze privat mache einen Vertrag zu machen? Wenn ja, gibt es eine Möglichkeit, sich dieszubezüglich (evtl. auch mit Vorlagen) weiterzuinformieren, ohne "studieren" zu müssen, um da durchzublicken? Danke!
     
  4. cyberfreddy

    cyberfreddy Erfahrener Benutzer

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    AW: Webprojekte - rechtliche Sicht

    Was soll daran "privat" zu machen sein, wenn Du gegen Geld für eine Firma eine Dienstleisung erbringst?

    Einmal für alle, die hier ähnliche Fragen stellen: Es ist wirklich nichts schlimmes ein Gewerbe zu haben, bzw. freiberuflich zu arbeiten!!!

    Hinzu kommt, wie in diesem Fall, dass man eigentlich keine Wahl hat, wenn man diese Art Tätigkeiten ausüben möchte.

    Herzliche Grüße
    Nils
     
  5. drtw

    drtw New Member

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    AW: Webprojekte - rechtliche Sicht

    Es geht mir ja auch nicht darum, kontinuierlich in diesem Gebiet zu arbeiten und ein Gewerbe zu haben. Ich wurde nun eben gefragt, ob ich eine solche Aufgabe übernehmen kann, und selbstverständlich möchte ich das nicht kostenlos machen, sondern mir schon etwas dazuverdienen.

    Ist das nun möglich, oder bleibt da nur eine "freuntschaftliche Vereinbarung" über den Umfang der Arbeit und die Hoffnung, das nichts schief läuft? Und cyberfreddy, wie meinst du das, das man keine Wahl hat?

    Danke.
     
  6. dnienhaus

    dnienhaus Eingetragener Provider

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    Hallo,
    eine rechtlich sichere Auskunft kann die das Finanzamt deines Vertrauens geben. Die sind dir gegenüber zur Auskunft verpflichtet.

    Viele Grüße
    Dirk
     
  7. [netcup] Felix

    [netcup] Felix Eingetragener Provider

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    Das Finanzamt darf einen allerdings nicht beraten. Das darf nur ein Steuerberater.
     
  8. dnienhaus

    dnienhaus Eingetragener Provider

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    Deshalb schrieb ich Auskunft und nicht Beratung. ;)
     
  9. Dresden-Hosting (JS)

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    AW: Webprojekte - rechtliche Sicht

    Nicht zwangsläufig für Dich - jedoch für Deine Kunden interessant: Künstlersozialkasse
     
  10. jodost

    jodost Eingetragener Provider

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    Ganz einfache Antwort: Ja, natürlich ist das möglich.

    "Privat" ist das, egal wie Du es machst, nie. Selbst schwarz (das ist wohl das, was viele unter "privat" verstehen würden), ist eine berufliche und keine private Tätigkeit, nur eben nicht korrekt versteuert/angemeldet. Selbst unbezahlt (Praktikum) wäre es nicht "privat" :)

    Was das Thema Gewerbe (Stichwort "auf Dauer") oder auch die Abgrenzung zum Designer (fällt unter "freie Berufe") angeht, da musst Du entweder selbst recherchieren oder jemanden fragen, der Dich beraten darf. Hier im Forum darf das niemand. Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass es keine gewerbliche Tätigkeit ist, reicht es evtl. aus, die Einnahmen dem Finanzamt mitzuteilen (wie Du das am besten machst, kann man Dir da sagen -> früher reichte es aus, einfach die Rechnung samt einem kurzen Begleitschreiben zur Erklärung dazuzulegen, aber damals gab's auch ELSTER noch nicht :)

    Und natürlich ist eine schriftliche und genaue Vereinbarung mit Deinem Auftraggeber im Streitfall besser als ein mündlicher Vertrag. Ob sich das lohnt (insbesondere im Verhältnis zum Auftragsvolumen) oder ob nicht manchmal einfach "machen" sinnvoller ist (am besten mit Teil-/Vorauszahlung -> dann hat Dein Auftraggeber erstmal schlechtere Karten, wenn er nicht zufrieden ist *g*), kommt halt immer drauf an...

    Beste Grüße,

    Joern
     

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