Webspace gesperrt

Dieses Thema im Forum "Internet-Recht" wurde erstellt von SCA, 10. Juli 2006.

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  1. SCA

    SCA Eingetragener Provider

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    Jetzt muss ich doch mal in diesem Forum ein Posting einstellen, weil das Geschäftsgebahren eines Anbieters mehr als fragwürdig erscheint.

    Aktueller Fall: Ein Kunde möchte eine Domain umziehen lassen. Dabei wird ihm der Webspace zeitgleich(!) mit dem Eingang des KK-Antrages/Kündigung gesperrt. Ebenso der gesamte Emailverkehr betreffender Domain.
    Als Startseite einscheint nun ein Logo des Anbieters mit dem Hinweis, das das Web gesperrt werden musste, weil entweder eine Testphase ausläuft oder aber der Kunde in Zahlungsverzug geraten ist.

    Der Kunde hat leider versäumt, die 4-wöchige Kündigungsfrist beim alten Provider einzuhalten und möchte aber trotzdem umziehen. Die Domain ist jedoch noch ca. 3 Wochen gültig bevor sie ausläuft.

    Meines Erachtens hat der Anbieter kein Recht eine solche Sperrseite einzustellen und damit den Kunden als potenziell zahlungsunfähig bzw. unzuverlässig hinzustellen! Es handelt sich übrigens um eine Business-Seite einer Agentur. Die Agentur ist nun weder via Email noch via Web erreichbar.

    Verhandelt werden kann darüber, ob der Kunde seinen nächsten Beitrag noch zu zahlen hat oder nicht, bzw. über welche Regelung man die Kündigung akzeptiert. Das sofortige komplette Sperren der Dienste ist meiner Meinung nicht legal.
    Weiterhin steht die Domain im REGISTRAR LOCK und kann noch nicht einmal umziehen.

    Wie ist Eure Meinung zu so einem Thema?
     
  2. RA Dr. Bahr

    RA Dr. Bahr Erfahrener Benutzer

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    AW: Webspace gesperrt

    Guten Abend!

    Ich habe noch folgende Nachfrage: Habe ich den Sachverhalt richtig verstanden, dass der Hoster den Kunden einfach deswegen sperrt, weil er einen KK-Antrag gestellt hat?

    Ist das wirklich der einzige Grund? Oder gibt es noch säumige Verbindlichkeiten?


    Alles Gute

    Martin Bahr
     
  3. SCA

    SCA Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Soviel mir bekannt ist, wurde lediglich versäumt rechtzeitig zu kündigen. Bei vierwöchiger Kündigungsfrist wurde 4 oder 5 Tage zu spät gekündigt. Der Kunde ist definitv noch NICHT in Verzug.
    Weil der Kunde aber nun den Anbieter wechseln will, wurde sein Account gesperrt, weil der alter Provider davon ausgeht, das die Domaingebühren (um mehr geht es nicht!) nicht mehr zahlen wird. Als Druckmittel wird nun die Sperrung der Domain inkl. Email durchgeführt - wohlgemerkt noch VOR dem Ablauf des Vertrages (welcher noch über drei Wochen läuft) und VOR dem Verzugsfall.
    Hinzu kommt, das der Provider sein eigenes Logo (inkl. Link zu sich) nun auf der Domain des Kunden anzeigt und den Status der Domain auf REGISTRAR LOCK stehen läßt.

    Faktisch:
    -wird das Image des Kunden beschädigt: Es wird Zahlungunfähigkeit suggeriert und Suchmaschinenrankiungs werden u.U. beschädigt.
    -wird sein Website mißbraucht (Werbung)
    -wird das Mittel der Sperrung zu früh angewendet. Bezahlte Leistung (Webspace plus Email) stehen nicht mehr zur Verfügung.

    Folgendes kommt noch hinzu: Der Kunde hat dem alten Provider eine ganze Menge Aufträge verschafft, weil er viele seiner eigenen Kunden (Webdesign) für ein Hosting dort geworben hat. Und das ist besonders ärgerlich für den Kunden. Nicht mal unter diesen Umständen verhält sich der alter Provider kulant. Er argumentiert, das er wegen der Domaingebühren selbst Kündigungsfristen gegenüber seinen Domainpartnern einhalten muss (wers glaubt...)

    Ich bin ehrlich erstaunt über dieses Verhalten.
     
  4. G.Schuster

    G.Schuster Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Wenn es sich um eine wichtige Seite handelt (wovon bei einer Agentur auszugehen ist) dürfte der schnellste Weg wohl übers Gericht führen, wenn sich der alte Anbieter weiterhin querstellt.
    Mein Vorschlag (und meine Meinung, keine Rechtsberatung):
    - Einschreiben (Express?) mit Fristsetzung, AFAIK ist hier Dringlichkeit angesagt -> relativ kurze Frist
    - Vorab evtl. noch per Fax hinschicken
    - Alles schön aufheben
    - wenn der Anbieter nicht reagiert ab zum Anwalt und eine Verfüung erwirken

    IMHO muss dann der Anbieter auch die Gerichtskosten tragen, da er sich - unbegründet (sofern belegbar) - seine Leistung schuldig geblieben ist.
     
  5. SCA

    SCA Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Weil die Website wichtig ist, hatte der Kunde die Domaingebühren heute noch überwiesen, was er dem alten Provider auch mitteilte. Es geht dem Kunden hier letztlich aber nicht um die paar Kröten.
    Kurz danach war der Domainstatus auf ACTIVE, so das ich einen Transfer anstossen konnte. Die Website und Email sind aber nach wie vor gesperrt und beschädigen das Image des Kunden und stören seine Kommunikation...
     
  6. sitepush

    sitepush Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Wach' auf Gabriel! Das ist in der Regel der langsamste Weg. Jede andere Einigungsmöglichkeit ist vorzuziehen.
     
  7. gill

    gill Erfahrener Benutzer

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    AW: Webspace gesperrt

    Unabhängig davon, wie das Verhalten des Providers zu bewerten ist: Kündigungsfristen bei Domainlieferanten gibt es durchaus, auch Fristen von 4 Wochen.
     
  8. SCA

    SCA Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Weiss jemand zufällig, ob das bei schlundtechnologies.com so ist?
    Wie wird dort der Domainstatus verändert (REGISTRAR-LOCK -> ACTIVE)? Kann man das in Echzeit oder muss man faxen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juli 2006
  9. G.Röhrmann

    G.Röhrmann Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    man braucht nichts zu faxen, soll angeblich auch in Echtzeit gehen, tut es aber in Wirklichkeit sehr selten. Und Kündigungsfristen sind dort auch sehr wild.

    Gruß

    Gerhard
     
  10. gill

    gill Erfahrener Benutzer

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    Ja, siehe 9.1. der AGB:

     
  11. SCA

    SCA Eingetragener Provider

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    AW: Webspace gesperrt

    Danke für die Info. Na dann scheint das Argument, das man selbst Kündigungsfristen bei den Domains hat, wohl zu greifen.

    Allerdings legetimiert das immer noch nicht zur Sperrung aller Dienste und zu dem Imageschaden, wenn noch gar kein Verzug eingetreten ist... (bis heute immer noch gesperrt)
     
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